Kurznachrichten 2022

  1. Ich habe es heute zum zweiten Mal erlebt, dass mir von einem Technikvertrieb eine lange Lieferverzögerung angekündigt wurde, woraufhin ich meine Bestellung stornierte, nur um dann mitgeteilt zu bekommen, dass eine Stornierung nicht möglich sei, weil die Ware just auf den Weg geschickt wurde. So etwas finde ich ausgesprochen ärgerlich aus gleich einer Reihe von Gründen:
    (1) Weil das Produkt entgegen der angekündigten herstellerbedingten Verzögerung tatsächlich lieferbar ist, was die zuvorige Ankündigung unehrlich erscheinen lässt. Eventuell erklärt sich das so, dass mehr Leute bestellt hatten, als Geräte vorhanden waren, sodass es für irgend jemand tatsächlich zur Verzögerung kommen musste. Also wurde priorisiert. Durch den „drohenden“ Rückzug vom Geschäft änderte sich meine Priorität, sodass plötzlich ein Gerät für mich verfügbar wurde, was wegen meiner zuvor geringeren Priorität nicht für mich verfügbar war.
    (2) Weil ich eine solche vermutete Bevorzugung von kündigungsfreudigen oder anderweitig „komplizierten“ Kunden grundsätzlich ablehne, denn es bestraft Geduld, Zurückhaltung, Kundentreue et cetera. Besonders häufig findet man Ähnliches übrigens bei Telekommunikationsdienstleistern, aber sicherlich auch bei anderen Versorgern. Gelockt werden typischerweise Neukunden mit Angeboten, die für treue Bestandskunden ausdrücklich nicht erhältlich sind … Es sei denn, der Bestandskunde kündigt – oder kündigt eine Kündigung an – um sich einmal woanders willkommen zu fühlen. Dann ist es dem alten Anbieter meist doch möglich, ein individuelles, besseres Angebot zu machen. Ich würde mir eine Welt wünschen, in der Kundentreue belohnt wird statt eine Welt, in der „treu“ immer gleich mit „doof“ gedacht wird.
    (3) Weil mein Wunsch zur Stornierung nicht respektiert wurde. Diesmal habe ich ihn auf Nachfrage, ob ich wirklich stornieren wolle, obwohl andere Anbieter doch bei einer herstellerbedingten Verzögerung wahrscheinlich auch nicht schneller liefern könnten, sogar ein zweites Mal bestätigt, bevor mir dann gesagt wurde, dass eine Stornierung nicht möglich sei, weil die Ware bereits auf dem Weg sei.
    (4) Weil das für mich jetzt zusätzlichen Aufwand erzeugt, die Auslieferung an mich abzuwehren.
    (5) Weil es eine Ressourcenverschwendung ist, das Gerät durch Deutschland hin und her zu fahren …
    Das Gerät nun doch anzunehmen ist für mich keine Option. Nicht nur aus Prinzip, weil mich die Punkte 1 bis 3 ärgern, sondern weil ich mich sofort um eine Alternative bemüht habe, nachdem ich meinen Wunsch zur Stornierung ausgedrückt habe, und das Gerät natürlich nicht doppelt brauche.

  2. Apropos Mehrdeutigkeit: Ich sage zu meinem Vierbeiner ab und zu „gut“, wenn er etwas gut gemacht hat. Auch sage ich manchmal „ja“, wenn er in einer Situation unsicher ist, sich dann aber in die richtige Richtung tastet. Ein Beispiel dafür wäre, wenn er an der langen Leine ist und diese an einem Hindernis hängenblieb, weil wir an verschiedenen Seiten des Objekts vorbei gingen. Wenn Rübli vorsichtig versucht, das zu entwirren, kann ich mit „ja“ signalisieren, wenn er den erfolgversprechenden Weg einschlägt. Er beschleunigt dann mit der Sicherheit, nicht mehr hängen zu bleiben. Mit „gut“ und „ja“ möchte ich also Bestätigung ausdrücken. Bei Gästen zur Weihnachtszeit habe ich beobachtet, dass sie die gleichen Worte mit einer anderen Bedeutung an Rübli richteten. Ein Satz wie: „Ja, ist ja gut“, sollte Rübli in seiner Aufgeregtheit bremsen und ihn dazu bringen, etwa ein Hochspringen zu unterlassen. Ich denke nicht, dass die intendierte Botschaft bei ihm ankam.

  3. „X-Robots-Tag“-HTTP-Header zu parsen macht wegen der mehrdeutigen Syntax keine Freude. Hier zwei Beispiele:
    (1) X-Robots-Tag: Example-Bot: none
    (2) X-Robots-Tag: Max-Image-Preview: none
    Der HTTP-Header-Name ist jeweils „X-Robots-Tag“ – so weit, so gut. Dann aber ist „Example-Bot“ in der ersten Zeile ein User-Agent, während „Max-Image-Preview“ in der zweiten Zeile eine Direktive ist. Das „none“ in der ersten Zeile ist eine Direktive, das „none“ in der zweiten Zeile hingegen ein Wert zur vorstehenden Direktive. Man muss das einfach wissen, aus der Syntax geht es nicht hervor. Dementsprechend schlecht lässt sich das automatisch verarbeiten.

  4. Auf dem gestrigen Frühspaziergang kreuzte eine Rotte Wildschweine aus mehr als einem Dutzend Tieren vor uns den Weg. Glücklicherweise ging Rübli nicht in den Bellmodus.

  5. Trivia: Bei Rübli finden sich manchmal Bauchnabelfussel – und das, obwohl sich bei seinem hündischen Körper anders als bei den meisten Menschen kein nach innen gekehrter Bauchnabel findet. Für Buchnabelfussel ist nicht die Vertiefung des Nabels verantwortlich, sondern anscheinend die dort zusammenlaufende Wachstumsrichtung der Haare, welcher kleine Fasern folgen, die dann zusammen einen Fussel bilden.

  6. … und geht man nachts in der Umgebung des Hauses meiner Eltern für einige Minuten mit dem Hund zum Heben des Beines hinaus, weht manchmal der süßliche Geruch verglimmten Marihuanas um die Nase.

  7. Frühlingshafter Singvogelsang versetzt die milde Morgenluft in Schwingung.