Kurznachrichten 2021

  1. Tropfsteine wachsen als Stalaktiten von der Höhlendecke hinab oder als Stalagmiten vom Boden empor. Klingt kompliziert? Nicht schlimm, denn mit einem Reim als Eselsbrücke lässt es sich leicht merken: „Er kann aufrecht oder auf dem Kopf sein, immer heißt er Tropfstein.“

  2. Bei viel befahrenen und oft zu Fuß überquerten Straßen entwickelt man ein Gefühl dafür, wie weit ein herannahendes Auto entfernt sein muss, um noch vorher ohne zu hetzen sicher auf die andere Seite wechseln zu können. In der Chausseestraße lag mein Gefühl gestern merklich daneben. Die Autofahrer waren langsamer unterwegs, als ich es gewohnt bin. Das wird wohl am Blitzer liegen.

  3. Beim gestrigen Morgenspaziergang fiel mir auf, dass der östliche Teil der Wittenberger Waldhausstraße jetzt „Am Bahndamm“ heißt. Nachvollziehbar ist ein separater Name, da dieser Teil vom Westteil durch die Bundesstraße 189 getrennt ist – und zwar ohne Kreuzung, ohne Brücke, ohne Tunnel. Die B 189 hat aus einer Straße zwei gemacht. Die Hausnummern scheinen sich nicht geändert zu haben. Sie beginnen in Am Bahndamm mit 29. Der alte Name „Waldhausstraße“ verweist übrigens auf den Weisener Wohnplatz Waldhaus, mit welchem die Straße einst verbunden war – und von dem sie nunmehr ohne Bahnübergang, ohne Brücke, ohne Tunnel durch die Eisenbahnstrecke Berlin–Hamburg abgeschnitten ist …

  4. Durchgespielt: Mole Mania. Als Wühlmurf löst man in diesem Spiel für den Game Boy haufenweise Knobelaufgaben, um von einem zum nächsten Bildschirm zu gelangen, und rettet durch Sieg über den Endgegner jedes der ersten sieben Abschnitte ein entführtes Wühlmurfkind. Im achten Abschnitt trifft man alle Gegner noch einmal wieder, um dann in einer finalen Auseinandersetzung mit dem Landwirt Jinbe auch die Wühlmurffrau zu befreien. Gewürzt ist das ganze mit Witz. Auf den hektischen Bonusbildschirm in jedem Abschnitt hätte ich verzichten können, aber die viel zahlreicheren Knobeleien ohne Zeitdruck fand ich angenehm anregend fürs Gehirn. Nicht ohne Geduld wagen.

  5. Fortsetzung: Ist wenigstens die Hoffnung berechtigt, eine Lösung für die Gleichung 12ᵏ + 2 = 10ᵐ mit positiven ganzen Zahlen k und m zu finden? Wieder lautet die Antwort nein. Für einen Beweis stellen wir zunächst fest, dass für eine Lösung m > k sein müsste. Salopp gesagt müsste die kleinere Zahl Zehn öfter mit sich selbst multipliziert werden, um einem Produkt aus Zwölfen das Wasser zu reichen. Zerlegen wir die Terme wieder in ihre Primfaktoren: 2²ᵏ ⋅ 3ᵏ + 2 = 2ᵐ ⋅ 5ᵐ. Wenn wir jetzt beidseitig durch 2ᵏ teilen, erhalten wir die neue Gleichung 2ᵏ ⋅ 3ᵏ + 2¹⁻ᵏ = 2ᵐ⁻ᵏ ⋅ 5ᵐ. Wären m und k ganze Zahlen mit m > k > 0, so wäre die rechte Seite auch dieser Gleichung eine gerade natürliche Zahl. Das gilt ebenso für den ersten Summanden 2ᵏ ⋅ 3ᵏ auf der linken Seite. Der zweite Summand 2¹⁻ᵏ aber wäre für k > 1 eine gebrochene Zahl. Damit wäre auch die ganze linke Seite der Gleichung gebrochen. Für k = 1 wäre die linke Seite zwar natürlich, aber ungerade. So oder so würde sich die linke von der rechten Seite unterscheiden. Erneut führt die Annahme, es gäbe eine Lösung mit positiven ganzen Zahlen k und m also in einen Widerspruch.

  6. Fortsetzung: Gibt es immerhin eine Lösung für die Gleichung 12ᵏ + 1 = 10ᵐ mit natürlichen Zahlen k und m? Nein. Beweis: Die Potenzen auf beiden Seiten sind Produkte gerader Zahlen und somit selbst gerade. Die linke Seite der Gleichung wird aber im Gegensatz zur rechten durch Addition der ungeraden Zahl 1 stets ungerade.

  7. Gibt es eine Lösung für die Gleichung 12ᵏ = 10ᵐ mit positiven ganzen Zahlen k und m? Wie oft bei solchen Fragen ist es hilfreich, die involvierten Zahlen in ihre Primfaktoren zu zerlegen: (2² ⋅ 3)ᵏ = (2 ⋅ 5)ᵐ. Multipliziert man die Klammern aus, wird daraus 2²ᵏ ⋅ 3ᵏ = 2ᵐ ⋅ 5ᵐ. Wären k und m positive ganze Zahlen, so stünden links und rechts des Gleichheitszeichens nun in kanonischer Darstellung zwei unterschiedliche Primfaktorzerlegungen für die gleiche natürliche Zahl. Laut dem Fundamentalsatz der Arithmetik ist die kanonische Darstellung der Primfaktorzerlegung aber eindeutig. Somit kann die Annahme, es gäbe positive ganze Zahlen k und m, die diese Gleichung lösen, nicht stimmen.

  8. Nach drei Monaten ohne Ladeneinkauf habe ich mich wieder in ein Lebensmittelgeschäft gewagt. Geht noch. Ich kaufte für genau 111 € ein, wobei dank Pfandgutschrift glatt 99 € zu zahlen waren.

  9. Am späten Nachmittag war Rübli gestern an der Stepenitzmündung in die Elbe. Das erste Mal in diesem Jahr? Wir stiegen am Bahnhof Wittenberge aus der Bahn. Auf dem Weg zum Wasser sahen wir den Rewe-Neubau am Anfang der Bahnstraße. Das wird nach baldiger Eröffnung eine gute Einkaufsoption für mich sein. Außer einigen Hunden wurde – am Nedwighafen – auch eine Katze spazieren geführt. Für das gelenkte Laufen an der Leine konnte sie sich anscheinend nicht anhaltend begeistern, hielt an, und wurde mehrmals getragen. Nach unserem Spaziergang stiegen wir am ZOB in den Bus. Auf der Rückfahrt sah ich so, dass in Weisen im nördlichen Winkel zwischen Berlin-Hamburger Bahn und Bundesstraße auf dem Feld eine Photovoltaikanlage errichtet wird. Unsere 24-Stunden-Fahrkarte nutzten Rübli und ich heute Morgen noch einmal für eine Heimfahrt von Wittenberge, wo wir diesmal hingelaufen waren. Im Zug wurden wir bei einer Zählung statistisch erfasst.

  10. Apropos Bahncard: Sie brachte mir im Laufe des Jahres eine Ersparnis von gut zwölf Euro. Aber auch nur, weil ich sie extrem vergünstigt gekauft hatte: https://prlbr.de/2021/bahncardbilanz/.

  11. Für gestern sagte der Wetterbericht das letzte Mal für einige Zeit nennenswert viel Sonnenschein voraus. Da es sich außerdem um den vorletzten Gültigkeitstag meiner Bahncard handelte, nutzten wir den Tag für einen Ausflug. Leider vergaß ich zuhause das Portmonee mit der Bahncard, sodass ich die angestrebte Vergünstigung verpasste. Immerhin aber konnte ich dem Leckerlibeutel einen ausreichend großen Notgroschen entnehmen, um die Busfahrt zu zahlen. Den ersten Bus nach Perleberg nutzten einige Fahrgäste, Kinder vor allem, die Rübli ob seines Fiepens mehr als einmal bemitleideten („der arme Hund“). Den Bus auf der zweiten Etappe nach Uenze teilten wir allein mit dem Busfahrer. Von dort ging es zu Fuß weiter.

  12. Vielleicht soll Rüblis hochfrequentes Fiepen Mäuse anlocken …?

  13. Sagt nein zu Hundeboxen!
    (Hundekämpfe sind hierzulande illegal.)

  14. Wenn ich sage, dass ich heute Morgen schemenhaft Kühe im dichten Nebel sah, klingt das vielleicht nach einer Bemerkung zur Tierbeobachtung. Tatsächlich ist das der Versuch, weniger plump vom Wetter zu berichten.

  15. Meinen Nachnamen habe ich heute seit genau drei Jahrzehnten, den Vornamen schon einige Jahre länger.

  16. Zum Nationalfeiertag passender Festtagsschmaus: Einheitsbrei.

  17. Vor zwei Tagen habe ich das erste mal einen SARS-Covid-2-Antigen-Schnelltest machen lassen. Das war mit negativem Ergebnis eine insgesamt positive Erfahrung: Ich habe im Netz einen Termin gebucht. 10 Minuten später war ich am Testcontainer an der Uni in Golm und kam sofort dran. Das Nasebohren mit dem Teststäbchen hat eine Träne aus dem Auge gedrückt, dann war es aber schon vorbei. Der Nachweis über das Testergebnis kam vor Ablauf einer halben Stunde per E-Mail. Preis: nüscht. Noch. Ich benötigte einen Test, da ich in die Universitätsbibliothek wollte und dort ein Nachweis über Impfung, Genesung oder Testung verlangt wird. Meinen Impfausweis hatte ich nicht zum Elternbesuch in der Landeshauptstadt mitgebracht. Gestern besuchte ich dann auch noch die Stadt- und Landesbibliothek. In dieser war für einen einfachen Besuch kein Nachweis erforderlich.

  18. In unserem Wahlkreis 56 erhielt Wiebke Papenbrock (SPD) von den Wählern das Direktmandat für den Deutschen Bundestag. Hier die Ergebnisse bei Erst- und Zweitstimmen in Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Teilen des Havellandes: https://prlbr.de/sn

  19. Unter dem großen Lindenbaum vor des Nachbars Haus sammeln sich auf dem Weg immer mehr Walnussschalen.

  20. Heute Morgen waren für einen Sonntag ungewöhnlich viele Menschen im Ort auf den Beinen und mein Hund kann es sich nicht erklären.

  21. Herzlichen Glückwunsch zum dritten Geburtstag, Rübli! 🎈

  22. Hätten Sie es gewusst? Auf der Erde befinden wir uns im Zentrum des beobachtbaren Universums.

  23. Das Ziel der heutigen Straßenzeitfahrweltmeisterschaft der Männer ist Brügge in Flandern. Brügge in der Prignitz war Schlusspunkt einer Wanderung, die Rübli und mich in diesem Sommer über das Dach des Landkreises Prignitz führte: https://prlbr.de/2021/sadenbecker-stausee-und-warnsdorfer-hoehe/

  24. Im Wald sah ich heute auf einer kleinen Lichtung Kürbispflanzen gedeihen, wo wohl zur Fütterung des Wildes in der kalten Jahreszeit Gemüse ausgelegt und Heu angeboten wurde. Ob die Pflanzen sich ohne einen pflegenden Gärtner dort wohl in einem trockeneren Jahr auch entwickelt hätten? Laut dem Deutschen Wetterdienst war der Sommer 2021 der regenreichste seit zehn Jahren.

  25. Im vorigen Jahr haben Bund, Länder und Kommunen mit den öffentlichen Verkehrsunternehmen die Kampagne #BesserWeiter gestartet. Damit soll das Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr gestärkt werden. Heute ist die Initiative in den Nachrichten, weil Abo-Inhaber von ÖPNV-Karten nach Registrierung für zwei Wochen in vielen Gegenden Deutschlands gratis fahren können. Dazu hat man eine schicke Deutschland-Grafik mit 3D-Effekt gestaltet. Die Landesgrenzen sind darin aber wieder mal Jahrzehnte veraltet – dem Land Brandenburg fehlt die Westspitze der Prignitz: https://prlbr.de/qn. Immerhin hat man Elsaß-Lothringen schon weggelassen. Spannenderweise gibt es zur Aktion eine zweite Karte, auf der man sieht, in welchen Verkehrsverbünden (dunkel) sie gilt: https://prlbr.de/rn. In dieser Karte ist Brandenburg durch die Außengrenze des VBB vollständig erkennbar.

  26. Auf den Internetseiten der Deutschen Bahn kann man sich anschauen, wo es gerade wegen Bauarbeiten Fahrplanänderungen gibt. Als ich aus gegebenem Anlass eines verhinderten Besuchs heute einen Blick darauf warf – wobei ich erst einmal nur einen Ausschnitt in der Nordhälfte sah – fragte ich mich, warum ich da keine Bauarbeiten eingezeichnet sehe. Erst auf den zweiten Blick merkte ich, dass was ich für die Farbe fürs Streckennetz gehalten hatte, tatsächlich für baubedingte Fahrplanänderungen steht. Auch ohne Streik läuft der Bahnverkehr im Großteil von Deutschland nicht normal: https://prlbr.de/mn

  27. Im Herbst 2016 notierte ich für drei Monate lang all meine Einnahmen und Ausgaben. Damals ging ich in Perleberg alle paar Tage kleine Mengen verschiedener Dinge einkaufen. Würde ich heute auflisten, wie ich einkaufe, sähe das ganz anders aus. Mein voriger Einkauf in einem Geschäft liegt tatsächlich schon 50 Tage zurück. Ich kombinierte das damals mit meiner zweiten Impfung gegen SARS-CoV-2, welche ich in der Perleberger Rolandhalle erhielt. Man könnte meinen, dass ich jetzt selten einkaufen gehe, liege an meinem Umzug nach Weisen, wo es keinen Supermarkt gibt. Allerdings war ich mit Migo auch nach unserem Umzug noch häufig in Wittenberge zum Einkaufen. Wichtiger sind zwei andere Gründe. Zum einen kann ich Rübli nicht vor Geschäften warten lassen. Irgendwann werden wir vielleicht noch einmal einen Anlauf nehmen, das zu üben. In diesem Jahr stand lange sein Juckreiz im Weg. Allgemein spricht dagegen, wie sehr ihn anderes in Aufregung versetzen kann, worauf ich im Laden keinen Einfluss habe, wenn er allein draußen ist. In unserem Haus kann Rübli unaufgeregt allein bleiben, aber mir mangelt es an Motivation, mich kurz nach einem Hundespaziergang wieder auf den nächsten Ausflug allein zum Einkaufen zu begeben. Der andere Grund für mein Fernbleiben aus Geschäften ist, dass dies im Sinne der Kontaktreduzierung aufgrund der Corona-Epidemie als sinnvoll galt und überdies Ladenbesuche mit der Maskenpflicht ungemütlich wurden. Nicht jede Maske ist unerträglich ungemütlich, aber anfangs mangelte es an richtigen Masken, sodass ich mir irgendwie einen Schal ums Gesicht würgte. Später gab es ein Hin und Her, welche Masken verfügbar und zulässig sind. Erst hatte ich eine von meiner Mutter genähte Maske, später wurde das Tragen von OP-Masken gefordert. Bald darauf war mein erworbener Vorrat dieser an verschiedenen Stellen schon wieder nicht mehr zulässig. FFP2-Masken mussten stattdessen getragen werden, die früher noch nicht verfügbar waren. Derzeit wären wieder OP-Masken ausreichend, wenn ich nicht irre. Ich lasse mir Lebensmittel nun aber vor allem per Post kommen. Habe mich daran gewöhnt. Der Netto ohne Hund im Logo war in dieser Hinsicht für mich besonders hilfreich. Zwar gibt es bei ihm im Internet ein eher schmales Produktangebot nur lang haltbarer Waren und meist im Vorratspack, sodass ich dann beispielsweise 10 Kilogramm Nudeln und 15 Tafeln Bitterschokolade auf einmal bestelle. So wurde meine Ernährung weniger abwechslungsreich und weniger frisch. Aber man kann davon leben. Ergänzend bestelle ich ab und zu bei den Drogerieketten Rossmann oder dm, die ein breiteres Angebot insbesondere von Nahrungsmitteln mit Biosiegel haben und kleinere Mengen versenden. Auch die Hundenahrung kommt per Post.

  28. Rübli könnte eine mit Huhn zusammenhängende Futtermittelunverträglichkeit haben. Ganz klar ist das aber noch nicht. Zunächst bekam er mittags 200g Feuchtfutter (Monoprotein: Huhn) für zehn Tage. Abgesehen von leichten Verdauungsproblemen, die aber auch schlicht auf die Futterumstellung zurückzuführen sein können, zeigte er keine deutlichen Allergiesymptome der Haut, sodass ich Huhn als Ursache schon ausschließen wollte. Doch um vierzehn Tage voll zu machen, begann ich am zehnten Tag auch getrocknete Fleischstreifen als Knabberimbiss zu geben (97 % Hühnerfleisch, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe). Bald begann er sich mehr zu kratzen. Allerdings war auch nach gut einer Woche das Kratzen zwar auffällig, aber bei Weitem nicht so schlimm, wie schon in der Vergangenheit. So überlege ich und muss noch prüfen, ob es einen weiteren bzw. primären Auslöser gibt – beispielsweise Hühnerei, was eine gewisse, wenn auch weniger starke Reaktion auf Huhn erklären könnte. Eine der zwei mechanisch darmschonenden Futtersorten, die Rübli nach seiner Operation erhalten hatte und wonach er starke Symptome zeigte, enthielt nämlich auch Volleipulver. Nicht ganz auszuschließen ist ferner leider, dass Rübli während der Provokation mit Hühnerfleisch jetzt etwas anderes, ggf. Unverträgliches aufnahm. So kaute er mal wieder auf den jüngst gereiften Eicheln herum. Früchte tragen auch Apfel- und Pflaumenbaum und von beidem fand Rübli etwas im Gras. Das Kratzen ist aber erst einmal wieder weitgehend verschwunden, nachdem die Hühnerstreifen abgesetzt wurden, wohingegen ich ihm absichtlich ein wenig Pflaumen gab.

  29. Noch ein paar Tage verzweifelte Evakuierung aus Afghanistan … Noch immer geben sich Politiker der westlichen Regierungen überrascht, wie rasch die Taliban das Land einschließlich Kabul nach dem Abzug von ausländischen Truppen eingenommen haben. Interessanterweise ist kaum jemand überrascht, dass die Taliban die Macht übernommen haben, sondern nur wie schnell. Tatsächlich rechnete man mit einer Eroberung innerhalb von Monaten. Wenn man aber die Eroberung durch die Taliban sowieso erwartet, was ist dann ein vernünftiges Vorgehen seitens der vom Westen gestützten Regierung und Truppen: einen absehbar verlorenen Krieg noch Monate strecken, Tausende mehr Menschenleben in Kämpfen opfern, dem siegenden Gegner Schmerzen bereiten, sodass dieser mehr Drang verspürt, nachher an den Überlebenden Rache zu nehmen? Nein, bei einer sowieso erwarteten Niederlage ist die Übergabe der Macht ohne weiteres Blutvergießen rational. Die Erwartung des Westens, die afghanischen Regierungstruppen würden sich irrational verhalten, war töricht.

  30. Heute startet die diesjährige Deutschland-Tour in Mecklenburg-Vorpommern. Die Strecke kann man sich auf einer neu gestalteten Karte ansehen. Allerdings ist diese schon seit Jahrzehnten veraltet – wie andere auch: https://prlbr.de/kn

  31. Nördlich des Weisener Wehres hat sich eine Schwanenfamilie an einem Entwässerungsgraben-T eingerichtet.

  32. Begriffe wie „Frauenrechte“ oder „Schwulenrechte“ sind suboptimal. Historisch verständlich sind sie insofern, dass sie ausdrücken, wo der Schuh drückte – zum Beispiel bei einer Benachteiligung von Frauen – und auch wer sich bemühte, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen, was oft die Betroffenen selbst waren. Unglücklich sind die Begriffe, weil sie den Eindruck erwecken können, dass es um eine Extrawurst für die benannte Gruppe gehe – Rechte speziell für Frauen, für Schwule und so weiter. Dem können andere leicht überdrüssig werden und das als eine unangemessene Anspruchshaltung missverstehen. In Wahrheit aber geht es nicht um Rechte speziell für diese Gruppen. Es geht schlicht darum, Rechte, die eigentlich jedem gebühren, auch Angehörigen dieser Gruppen zuteil werden zu lassen. Es geht also um Menschenrechte, um Bürgerrechte (auch für Frauen, Schwule und so weiter). Es sollte jedem ein Anliegen sein, dass solch allgemeinen Rechte auch allgemein angewandt werden. Eine willkürliche Benachteiligung anderer zuzulassen hieße, den eigenen Anspruch zu unterminieren, denn man selbst ist für andere auch nur ein anderer. Es sind allerdings nicht nur andere als die Betroffenen selbst, die bei Wörtern wie „Frauenrechte“ etwas missverstehen können. Sie können kollektivistisches Denken auch bei den Betroffenen fördern, was sich beispielsweise durch einen Anspruch auf einen bestimmten Mindestanteil an irgendetwas für das eigene Kollektiv ausdrückt. Sie können auch bei den Angehörigen der Gruppe den Eindruck erwecken, dass sie Rechte gegen jene, die nicht zur Gruppe gehören, durchsetzen müssten.

  33. In der vergangenen Nacht hatte ich etwa eine halbe Stunde nach dem Einschlafen einen Klartraum. Ich hatte einmal gelesen, dass man einen Klartraum kontrollieren könne. So entschied ich mich zu fliegen, nahm Anlauf und hob ab, wobei ich ein bisschen mit den Armen schlug, wie Vögel das tun. Es gelang. Allerdings entglitt mir der Einfluss über das Träumen und das Bewusstsein teils wieder, die Umgebung veränderte sich irgendwie, was mir unangenehm war. Als mir dies klar wurde, wollte ich aufwachen. Ich wollte aber nicht Schreien, um Rübli nicht zu erschrecken, falls ich nicht nur im Traum, sondern wirklich schreien würde. Es gelang auch so aufzuwachen, doch es war schwer. Ich wurde mir im Übergang insbesondere der Schlafparalyse deutlich bewusst, als ich sehr angestrengt versuchte, meinen Arm zu heben und dies zunächst nicht gelang.

  34. Sein sojabasierte Feuchtfutter hat Rübli gut vertragen. Bei den vegetarischen Zahnbürsten war die Reaktion so-la-la – nicht unbedingt allergisch, aber verdauungsmäßig mindestens gewöhnungsbedürftig, sodass wir erst einmal wieder darauf verzichteten. Nun wird Rüblis Körper mit Huhn konfrontiert. Huhn ist eine Proteinquelle, die ich im Verdacht habe, Allergieauslöser zu sein. Herausfinden lässt sich das aber nur, indem wir es probieren.

  35. Schade, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer streikt. Ich hätte sonst mit Rübli morgen einen Ausflug in die Altmark unternommen. Dass man sich für seine Arbeitnehmerrechte einsetzt, ggf. auch durch Streiks, ist allgemein legitim. Allerdings sind die Bahnen auch nicht irgendwelche Unternehmen, sondern Infrastruktur, und es sollen sich aus Klimaschutzgründen wieder mehr Menschen und Firmen auf sie verlassen. Man stelle sich vor, Mitarbeiter von Stromversorgern würden im Rahmen eines Streiks die Energieversorgung lahmlegen oder die Wasserversorgung würde für die Dauer eines Streiks ausfallen oder die Polizei würde ihre Arbeit einstellen … Einst waren Lokomotivführer Beamte. Dies mag nicht mehr zeitgemäß sein, zumal auch der Schienenverkehr privatisiert ist. Doch vielleicht könnte man eine bessere Lösung finden, die zu weniger Streiks führt. Könnten Tarifverträge etwa eine Klausel enthalten, in der Gehälter automatisch mit der Inflation steigen, sofern sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens in einem gewissen Fenster entwickelt? Kreativität wäre hier wünschenswert.

  36. Bei sanftem Sommerregen spaziert es sich mit Rübli angenehm.

  37. Faszinierend, wie unregelmäßig Hundeherzen schlagen können.

  38. In den letzten Jahren scheint es im gesellschaftlichen Diskurs einen Trend zur Bildung von „Minderheiten-Superkollektiven“ zu geben. Dabei habe ich zwei Beispiele im Sinn: „People of Color“ und „LGBTQI+“, wobei es Letzteres in variierendem Buchstabenumfang gibt. Charakteristisch für diese Superkollektive ist, dass ihr verbindendes Element in keinem positiven Merkmal liegt, das ihre Mitglieder miteinander teilen, sondern in Merkmalen, die sie allesamt *nicht* haben. „People of Color“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht kaukasisch/weiß sind. „LGBTQI+“ entsprechen nicht einem heteronormativen Bild. Wiewohl die Entstehung solcher Superkollektive in der gegenseitigen Unterstützung tatsächlich Benachteiligter begründet sein mag, liegt eine besondere gesellschaftlich spalterische Gefahr darin, dass nicht etwas Vereinendes, sondern etwas Abgrenzendes identitätsstiftend für diese Gruppen ist. Dies steht einer integrativen Gesellschaft im Wege.

  39. Kollektivistisches Denken zeigt sich zum Beispiel, wenn eine Ungleichverteilung von Merkmalen als Benachteiligung wahrgenommen wird, obwohl sie nachweislich ohne Diskriminierung von Individuen entsteht. Beispiel: Bei einer Tombola im Dorf werden fünf Fahrräder zufällig verlost und alle gehen an Zugezogene aus dem Neubaugebiet; keiner der Altansässigen gewinnt ein Fahrrad. Ungerecht? Nein, gar nicht. Bei der zufälligen Verlosung herrscht Chancengleichheit. Übrigens hat die Unterteilung des Dorfes in Altansässige und Zugezogene auch keinerlei Bezug zu Fahrrädern. Was hätte ein Alteingesessener davon, wenn ein anderer Alteingesessener statt eines Zugezogenen ein Rad gewonnen hätte? Die Unterteilung des Dorfes in neu und alt bei der Tombolaauswertung ist sinnfrei. Trotzdem finden wir vergleichbare Denkmuster häufig im gesellschaftlichen Diskurs.

  40. Es kann sehr schwierig sein, im Einzelfall die ungerechtfertigte Benachteiligung aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit nachzuweisen. Statistik kann helfen, systematische Benachteiligungen aufzudecken. Dabei bedarf es Fingerspitzengefühl. Wichtig für eine statistische Indiziensammlung ist, die Gruppe geeignet zu wählen. Will man etwa dem Verdacht einer Benachteiligung von Migranten bei der Einstellung in den öffentlichen Dienst nachgehen, ist ein Vergleich des Anteils von Migranten im öffentlichen Dienst und in der Gesamtbevölkerung ungeeignet. Ein geeigneter Vergleich wäre der Anteil der Migranten an den Bewerbern mit dem Anteil der Migranten an den angenommenen Bewerbern. Weiterhin wichtig: statistische Auffälligkeiten erklären sich nicht von selbst, weisen allein keine Diskriminierung nach. Dass etwa Vegetarier auffällig wenig Fleisch verzehren, heißt nicht, dass man es ihnen ungerechtfertigt vorenthalten würde.

  41. Individuen sind Grundrechtsträger. Manchmal werden Individuen diskriminiert, benachteiligt. Wenn es heißt, eine Gruppe von Menschen werde benachteiligt, so ist das oft kurz für: Menschen werden, jeder für sich, wegen der Zugehörigkeit zu jener Gruppe benachteiligt. Und das darf nicht sein. Wenn es tatsächlich meint, die Gruppe werde benachteiligt – zum Beispiel die Ostdeutschen, das weibliche Geschlecht, die Jugend –, liegt meist ein Irrtum vor. Das ist kollektivistisches Denken. Kollektive haben keine Rechte, keine Interessen, die missachtet, keine Gefühle, die verletzt werden könnten.

  42. Fortsetzung: Mit dem Diskriminierungsverbot haben die Grünen noch mehr Probleme in ihrem Wahlprogramm. Auf Seite 168 versprechen sie, Zitat: „Wir werden verbindliche Zielvorgaben zur Erhöhung des Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund auf allen Ebenen einführen.“ – Das heißt nichts anderes, als dass Menschen mit Migrationshintergrund [im öffentlichen Dienst] bei der Einstellung gegenüber Menschen ohne Migrationshintergrund bevorzugt werden sollen. Ich hatte schon von einem solchen Ansatz in Berlin berichtet; jetzt steht es im Bundestagswahlprogramm. Es ist grausig. Vor einigen Jahren überlegte man noch, wie Bewerbungen so pseudonymisiert werden können, dass man sie zumindest in den ersten Phasen nicht bewusst oder unbewusst anhand von irrelevanten Eigenschaften wie der Exotik des Namens oder dem Teint auf einem Bewerbungsfoto beurteilen kann, sondern die Menschen aufgrund relevanter Faktoren wie ihrer Qualifikation auswählt. Die Grünen laufen in eine ganz andere Richtung. Sie wollen, dass Bewerber eine ausländische Abstammung nachweisen, um sie aufgrund dessen auszuwählen, damit die Institutionen schnell so bunt sind, wie sich Bündnis 90/Die Grünen das ausmalen. Wie Hohn klingt es für mich, wenn sie zwei Seiten weiter schreiben: „Wir wollen den Schutz vor und die Beseitigung von Diskriminierungen, strukturellem und institutionellem Rassismus mit einem staatlichen Gewährleistungsanspruch in der Verfassung verankern“.

  43. Bei der kommenden Bundestagswahl wird man im Saarland Bündnis 90/Die Grünen nicht wählen können. Die Partei ist an der Herausforderung gescheitert, eine Landesliste gesetzeskonform aufzustellen ... Zum Thema Besetzung der Landeslisten gibt es auch einen Abschnitt auf Seite 177 im Bundestagswahlprogramm der Grünen. Zitat: „Dass Parität per Gesetz wirksam und angemessen ist, zeigen Beispiele aus dem europäischen Ausland. Dass verfassungsrechtlich hohe Hürden bestehen, haben Urteile von Verfassungsgerichten aus zwei Bundesländern aufgezeigt. Diese Hürden gilt es abzubauen, um rechtlich gute Lösungen zu finden. Wir setzen uns daher auch im Bund für ein Paritätsgesetz ein und werden entsprechende Gesetzesänderungen auf den Weg bringen.“ – Das heißt, auch nachdem in Thüringen und Brandenburg die Gesetze zur Verteilung von Listenmandaten nach Geschlechtern von den Verfassungsgerichten gekippt wurden, weil sie verfassungswidrig waren, halten die Grünen daran fest. Sie wollen jetzt die verfassungsrechtlichen „Hürden“ abbauen, damit ihr verfassungswidriger Ansatz nicht mehr verfassungswidrig ist. Was für Hürden das wohl sind? Das Verfassungsgericht Brandenburgs sah das Demokratieprinzip verletzt und das Verbot, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu diskriminieren …

  44. Die Brücke zwischen Weisen und Breese ist durchbrochen. Nur noch ruinöse Reste stehen an den Ufern und werden abgetragen. Vielleicht werden wir für die Abwechslung bei Hundespaziergängen jetzt öfter ein Stück mit Bus oder Bahn fahren, bis die neue Brücke steht. Auf den Wegen weisenerseits ist teilweise auch Vorsicht geboten, denn einige Autos – vor allem SUVs und Pickup-Trucks mit etwas mehr Bodenfreiheit – nehmen nicht den Umweg über Waldhaus und das DB-Instandhaltungswerk Wittenberge auf der Straße, sondern nutzen die landwirtschaftlichen Wege und queren die Stepenitz am Weisener Wehr.

  45. Heute Morgen sammelte ich auf dem Deich wieder Scherben und Splitter einer zerbrochenen Bierflasche auf. Alles konnte ich nicht beseitigen, denn nachdem offenbar Leute bereits auf größere Bruchstücke getreten waren, hatten diese sich in Hunderte Kleinstteile zerlegt, und Fegen ist dort auf Sand und Schotter keine Option. Mit einer Pinzette hätte ich noch Kleineres greifen können, als meine Fingerspitzen zuließen. Während ich so für einige Minuten sammelte fiel mir aber auf, dass die Splitter dieser Flasche nicht extrem scharfkantig waren: Wenn einem ein Glas heruntergefallen ist und man Splitter aufsammelt, passiert es auch bei vorsichtigem Herangehen ab und zu, dass man sich die Hautoberfläche anritzt – heute geschah das nicht. Ich dachte deswegen auch an Sicherheitsglas, wie es zum Beispiel bei Bushaltestellenhäuschen mancherorts eingesetzt wird, welches in Teile ohne hohes Verletzungsrisiko splittert. Es wäre doch schön, wenn Getränkeflaschen, sofern das technisch möglich ist und nicht etwa eine allgemein deutlich größere Bruchneigung dagegen spricht, immer aus verletzungsarm brechendem Glas produziert würden, wenn es denn Glas sein soll. Denn auch wenn das Zubruchgehen nicht Zweck der Flaschen ist, so zerbrechen doch absehbar immer wieder welche, wenn sie einer Hand entgleiten oder absichtlich fallen gelassen werden. Daran verletzen sich Tierpfoten, Barfußgeher, spielende Kinder und auch Reifen werden beschädigt. Es wäre toll, wenn dem bereits in der Produktion vorgebeugt würde.

  46. Gestern unternahmen Rübli und ich eine Exkursion nach Halenbeck-Rohlsdorf. Außerdem bekam R. erstmals seit Monaten ausschlussdiätbedingter Pause vor der Nachtruhe wieder eine Knabberzahnbürste – vegetarisch in diesem Fall, Hauptzutat Süßkartoffel. Seit einer Woche erhält er auch ein sojabasiertes Hundefeuchtfutter.

  47. Im Schweizer Radio hörte ich von Wittenberge „in der Nähe von Berlin“. Das ist in etwa so genau wie Basel bei Straßburg. Aber aus der Ferne wirkt eben alles kleiner, so auch der Abstand zweier Städte wie Wittenberge und Berlin. Außerdem sind bei geringer Kenntnis der Lage vor Ort Bezugspunkte hilfreich, selbst wenn sie nicht gleich um die Ecke liegen. Nadschaf mag zwar mit dem Esel ein paar Tagesreisen von Bagdad entfernt sein und doch liegt es von der Prignitz aus gesehen in der Nähe der irakischen Hauptstadt.

  48. Heute habe ich die zweite Corona-Impfung im Impfzentrum in der Perleberger Rolandhalle erhalten. Mich hat überrascht, dass es per E-Mail zuvor keine Erinnerung an den Termin gab. Wir sind freilich erwachsene Menschen und jedem kann zugumutet werden, seine Termine selbst im Blick zu behalten. Andererseits äußern sich Mediziner und Politiker besorgt, dass nicht genug Menschen das Impfangebot annehmen könnten, um eine Herdenimmunität in der Bevölkerung zu erreichen. Insbesondere wurde in den letzten Tagen auch geklagt, dass einmal Geimpfte nicht zur zweiten Impfung erscheinen. Angesichts dessen wäre es doch naheliegend, eine Erinnerung an den vor mindestens eineinhalb Monaten vereinbarten Termin zu versenden.

  49. Gelesen: „Sokrates auf dem Rennrad“ von Guillaume Martin

  50. Auf Spaziergängen in den letzten Tagen sahen wir am Wegesrand und auf Deichen viele Wilde Möhren blühen. Dazu passt das Karotten-Quiz: https://prlbr.de/2021/karotten-quiz/

  51. In eigener Sache habe ich das Dateiformat, in welchem Kurznachrichten und Gästebucheinträge gespeichert werden, dokumentiert: https://prlbr.de/2021/kurznachrichten-dateiformat/

  52. Ich habe eine 9-Tage-Diät und wieder einen „normalen“ Tag hinter mir. Rübli hat 800 Gramm zugenommen und die 34-Kilogramm-Marke überschritten. 🙂 Ich vermute übrigens, dass zumindest ein Teil seines jetzt manchmal auftretenden Kratzens und Knuffens eine Reaktion auf Fliegenstiche ist, nicht allergisch. Ein bisschen ist sowieso Nervosität, wie wenn ich stehenbleibe, um mich mit jemandem zu unterhalten. Was dann noch übrig bleibt, ist deutlich besser, als es vor Wochen war. Insofern scheint die Ausschlussdiät Erfolg gehabt zu haben. Nun heißt es, durch schrittweises Hinzufügen von anderen Nahrungsmitteln herauszufinden, auf was er allergisch reagierte. Für zwei Wochen findet er nun außer dem hypoallergenen Futter erst einmal Sardinen in Sonnenblumenöl in seinem Napf. Ich vermute nicht, dass die Allergie deswegen aufblüht. Wenn sich dies bewahrheitet, ist der Plan, in zwei Wochen wieder eine andere Futterkomponente hinzuzugeben und so weiter … bis das Jucken wieder deutlich ausbricht. Leider wird Rübli dann erneut leiden, aber immerhin wissen wir von da an, was wir meiden müssen, und von einigem anderen, dass es verträglich ist. So ist zumindest die Theorie.

  53. Zwei Dinge, die Rüblis Aufmerksamkeit heute Morgen auf sich gezogen haben: ein Neuweltkamel in Breese sowie „Suburbia“ der Pet Shop Boys.

  54. Hätten Sie es gewusst? Zwischen den Altstädten von Dresden und Wittenberge liegen 400 Flusskilometer der Elbe. Ein Vogel würde auf kürzestem Wege hingegen nur 254 bis 255 Kilometer fliegen. Das Verhältnis der beiden Werte wird „Sinuosität“ des Flussabschnittes genannt und ist ein Maß dafür, wie stark der Strom mäandriert. Ein gerader Kanal besitzt eine Sinuosität von 1, den kleinstmöglichen Wert. Nach oben ist die Skala prinzipiell offen. Die Sinuosität der Elbe zwischen Dresden und Wittenberge liegt … Trommelwirbel … bei π : 2, also der halben Kreiszahl „pi“.

  55. Ein trauriger Anlass führte mich an den schönen Preddöhler Stausee: https://prlbr.de/2021/preddoehler-stausee/

  56. Return: https://prlbr.de/2021/return/

  57. Seit Kurzem ist die Straße von Weisen nach Breese wieder gesperrt. Mal schauen, ob sie noch in diesem Jahr wieder eröffnet wird. Diesmal sind keine Deichbauarbeiten Anlass, sondern ein Neubau der Brücke über die Stepenitz.

  58. Rübli hat nun acht Wochen Ausschlussdiät hinter sich … und es juckt ihn … etwas. Als es ihm vor seiner Operation richtig schlecht ging und kurz danach noch, kratzte er sich gar nicht. Als er sich von jenem einschneidenden Übel erholt hatte, wobei er allerdings von seiner Diätnahrung abweichen musste, wurde es mit Kratzen richtig schlimm. Er erhielt dagegen Prednisolon – mit Erfolg. Nun ist es seit einigen Wochen abgesetzt und Kratzen/Beißen ist in leichterer Form zurückgekehrt. Mittel zum Abtöten angreifender Flöhe/Zecken/Milben erhielt er derweil auch sicherheitshalber ohne direkten Nachweis eines Befalls. Was schließt man nun daraus? Es hatte den Anschein, dass Nahrung (oder Medikamente), die er infolge der OP erhielt, eine allergische Reaktion befeuerten. Oder lag es daran, dass einfach das Immunsystem nach der Operation kräftig angelaufen war? Testen könnte man es, indem man ihn durch Gabe der gleichen Nahrung wie nach der OP „provoziert“. Allerdings sollte man das eigentlich nach Abklingen des Juckens machen. Ganz weg ist es jedoch nicht. Aber vielleicht juckt es jetzt aus anderen Gründen wie Fliegenstichen. Oder die Diätnahrung ist mit Allergenen „verunreinigt“, was zum Beispiel bei den Leckerli vorstellbar ist, die auch in gleicher Form mit anderen Inhaltsstoffen möglicherweise in der gleichen Maschine produziert werden. Oder Rübli ist gegen mehr als eine Sache allergisch … sowohl leicht gegenüber Umweltreizen und stark gegenüber bestimmter Nahrung. Es ist noch immer unklar …

  59. Wir müssen den Wald meiden. Nach einem morgendlichem Spaziergang bei Breese habe ich nicht nur drei Zecken, sondern auch über ein Dutzend Hirschlausfliegen aus Rüblis Pelz gesammelt. 😕 Dazu eine verscheuchte Bremse und ein Tier, vielleicht eine vollgesogene Mücke, das ich für eine der Grannen hielt, aber einen Blutfleck zwischen Daumen und Zeigefinger hinterließ. So viele Blutsauger, die sich an seine eh schon gestresste Haut machen. Wer weiß, was ihn noch angreift …

  60. Elektrischer Weidezaun 1:0 Rübli

  61. Die Störche klappern, Linden summen.

  62. Witzig, die Fußball-EM für Deutschland so weit. Im ersten Spiel schoss Deutschland ein Tor und Frankreich keines – Deutschland verlor 0:1. Im zweiten Spiel schoss Deutschland zwei Tore und Portugal vier – Deutschland gewann 4:2.

  63. Um der größten Hitze des Tages zu entgehen, verlegte ich Rüblis und meinen Mittagsspaziergang auf den Morgen.

  64. Löst „Hunderte Millionen Jahre“ bei dir die gleiche Zeitvorstellung wie „Hunderttausende Jahrtausende“ aus?

  65. Blub-blub. Ich habe Goldfische aus Lego zusammengesetzt und damit mein Kalendertier-Projekt aus dem vorigen Jahr fortgesetzt. Es handelte sich dabei wieder um einen BrickHeadz-Bausatz, der in diesem Frühjahr neu erschienen ist.

  66. Sucht nach Süßigkeiten? Ich empfehle den Umstieg auf „Bitterschokolade“, also solche mit sehr hohem Kaokaoanteil. Bei meiner hier gerade liegt er bei 81%. Gute Bitterschokolade ist gesünder und enthält viel weniger suchtfördernden Zucker als viele andere Süßigkeiten. Der Jieper wird geringer und eine kleinere Menge genügt über eine längere Zeit. Vorsicht: Für Hunde und einige andere Haustiere ist Schokolade aufgrund des enthaltenen Theobromins giftig, was umso mehr für Bitterschokolade gilt.

  67. Eine Sache, die nach der krisenhaften Coronasituation bei mir vermutlich bleiben wird, ist das Einkaufen von haltbaren Lebensmitteln und Drogerieartikeln im Internetz.

  68. Während unseres Mittagsspaziergangs zog eine Regenfront über uns und brachte einen zeitweiligen Temperatursturz, wodurch ich mich plötzlich deutlich zu leicht bekleidet fühlte. Der Wind frischte dabei so auf, dass der Regen tatsächlich mehr waagerecht als senkrecht auf Rübli und mich einprasselte. Als er vorbei war, war die Kleidung an meiner linken Körperhälfte einschließlich Unterhose komplett durchweicht, während mein T-Shirt auf der rechten Seite trocken geblieben war.

  69. In den vergangenen Tagen ist Blutegel Rudo – https://prlbr.de/ru – verstorben. Rudo zog Anfang 2017 bei Migo und mir zur Hirudotherapie ein. Verglichen mit den meisten in der Medizin eingesetzten Artgenossen hatte Rudo ein langes Leben, doch bei guter Pflege hätten noch viele Jahre vor ihm/ihr liegen können.

  70. Heute vor 16 Jahren wurde Migo geboren. Ruhe in Frieden, kleiner Bär.

  71. Habe heute nahe der Stepenitz eine kleine dunkle Schlange, angesichts der hellen Flecken am Hinterkopf vermutlich eine Ringelnatter, gesehen. Unter dem Dach über meiner Terrasse hat ein Vogel ein Nest gebaut. Amsel?

  72. Mit dem Fädenziehen und der letzten Antibiotikumdosis endete gestern die Phase von Rüblis Unterleibsoperation und -nachsorge fast. Morgen kann zu guter Letzt auch der Schutzkragen ab. Warum das Ganze? Irgendwann, vermutlich vor Monaten, muss das Tier unter die Felsenbeißer gegangen sein und hat einen beachtlichen Stein verschluckt. Vor zwei Wochen fand dieser den Weg aus dem Magen in den Dünndarm, wo er sich anschickte, seinen Wirt zu töten. Zu den Nebenwirkungen der Rettungsaktion gehört neben einem geschmälerten Konto, dass Rüblis Ausschlussdiät quasi von vorn beginnt. Nach der Operation nämlich war erst einmal besonders breiige Nahrung angesagt, welche unser hypoallergenes Futter nicht bot, und auch das Antibiotikum war fürs Tier nur in Schmelzkäse verpackt akzeptabel.

  73. Nicht nur Sperlinge haben sich in den letzten Wochen an Rüblis verlorenen Haaren bedient. Auch eine Meise und Rotschwänze habe ich beim Aufsammeln auf der Terrasse beobachtet.

  74. Wo ich mir im Winter eine Erfrierung am linken großen Zeh zuzog, meldet sich sporadisch noch immer ein brennendes Gefühl. Es scheint, als würde mir daran anders als auf der rechten Seite eine nachhaltige Erinnerung bleiben.

  75. R. hat seit Beginn seiner Allergieausschlussdiät gut ein Kilogramm Körpergewicht verloren. Ich werde die Futtermenge erhöhen.

  76. Die Spatzen prüfen, ob Rüblis Haare als Nistmaterial geeignet sind.

  77. Rübli ist aufgekratzt.

  78. Es ist egal, ob man sich international bei Abschaffung der Zeitumstellung auf Sommer- oder Winterzeit festlegt – ich veranschauliche das mal an einem praktischen Beispiel: Bei der Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit wie in der vergangenen Nacht werden unsere Uhren von einem Moment auf den anderen um eine Stunde vorgestellt. Wenn mein Wecker am Morgen klingelt, macht er das also nach einer Stunde weniger Schlafdauer als üblich. Genau das Gleiche wäre geschehen, wenn die Uhrzeit nicht um eine Stunde vorgestellt würde, sondern ich stattdessen die Weckzeit auf eine Stunde früher eingestellt hätte. Klar, oder? Genauso könnten Länder, in denen man sich immer mit der Sommerzeit wohler gefühlt hat, bei einer internationalen Festlegung auf die Normalzeit (Winterzeit) ihre Wecker, ihre Öffnungszeiten und ihr TV-Programm einmalig um eine Stunde vorziehen. Sie würden dann dauerhaft das „Sommerzeitleben“ leben, obschon ihre Uhren genau wie die der anderen Nationen ticken. Es gibt bei dieser Entscheidung kein Land, das den kürzeren Strohhalm ziehen muss – egal, auf welche Zeitzone wir uns einigen. Deshalb ist es so unglaublich erbärmlich, dass man es nicht schafft, sich zu einigen. Sich nicht zu einigen, das ist der kurze Strohhalm. Und an den klammern sich die kleingeistigen Verantwortungsträger.

  79. In dieser Nacht steht uns wieder eine Zeitumstellung bevor. Das ist schrecklich. Warum ist das schrecklich? Jenseits ihrer negativen Effekte zum Beispiel, weil die Zeitumstellung die Energieersparnis, wegen der sie eingeführt wurde, gar nicht bringt. Das heißt, sie hat zwar Nebenwirkungen, aber keine Wirkung. Sie ist ferner undemokratisch: Laut Umfragen will sie eine Mehrheit nicht, laut Bürgerkonsultation durch die EU-Komission will sie eine Mehrheit nicht, das EU-Parlament hat sich für die Abschaffung ausgesprochen, die Kommission hat ihre Abschaffung quasi beschlossen. Und doch machen wir weiter damit. Nicht allein in Deutschland, in der ganzen EU. Warum? Weil sich anscheinend die Länder in der EU nicht einigen können, ob sie „bei der Winterzeit bleiben“ oder „bei der Sommerzeit bleiben“ wollen, man aber einen Flickenteppich vermeiden will. Doofbeutel! Flickenteppich vermeiden ist gut, aber Uneinigkeit über Sommerzeit oder Winterzeit zeugt von geistiger Armut. Es ist egal. Wir könnten auch die Tokioter Zeit übernehmen. Vielleicht wäre das mit der Tokioter Zeit sogar gut, weil dann mehr Leuten dämmern würde, dass die Uhrzeit gar nicht bestimmt, wann die Sonne aufgeht oder wann man aufstehen und zur Arbeit gehen muss. Wir bestimmen, wann wir aufstehen. Nicht die Uhrzeit bestimmt, wann wie arbeiten, sondern wir vereinbaren mit unserem Arbeitgeber, zu welcher Uhrzeit wir arbeiten. Gesellschaftlich einigen wir uns über Öffnungszeiten von Kitas und Schulen, aber das ist verflixt noch mal unsere Entscheidung über genau jene Frage, und nichts, dass uns durch eine Zeitzone aufgezwungen wird. Ja, mit der Sommerzeitumstellung hatte man auf politischer Ebene solche Dinge tatsächlich mit der Zeitzone verknüpft. Aber jetzt, wo es darum ginge, die Zeitumstellung abzuschaffen, brauchen wir uns von dieser Denke nun wirklich nicht mehr aufhalten zu lassen. Doch genau das passiert … Vielleicht irritiert mein Ärger etwas, da es doch sicherlich Wichtigeres gibt derzeit: CoViD und die Folgen zum Beispiel. Oh nein. Das eine hat mit dem anderen viel zu tun, denke ich. Es ist nicht verwunderlich, dass die Impfstoffbeschaffung versaubeutelt wird, wenn man es nicht einmal zustande bekommt, mit einer unwirksamen, unpopulären Maßnahme wie der Zeitumstellung aufzuhören – wenn man zu uneins ist, um Nichtigkeiten zu überwinden, und doch alles gemeinsam machen muss.

  80. Rübli juckt seit einigen Wochen. Möglicherweise hat er eine Allergie … aber gegen was? Möhrchen, Menschenhaare, hohe Töne? Versuchsweise wird er nun einer Diät unterzogen, die sein Nahrungsspektrum arg einschränkt. Seine Kost war in den letzten Monaten sehr abwechslungsreich und enthielt in Form von essbaren Zahnbürsten à la https://prlbr.de/gh auch noch ein paar Komponenten mit mangelhafter Zutatenbeschreibung – so etwas wie „Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Öle und Fette“ trifft bestimmt auch auf Autoreifen zu. Das macht es schwer, für eine Ausschlussdiät eine Proteinquelle zu wählen, die er garantiert noch nicht kennt. Manches, wie der Europäische Nerz, wäre auch ethisch besonders problematisch. So habe ich mit Larven von Hermetia illucens eine Quelle gewählt, die Rübli schon kennt. Mit Pech bedeutet dies allerdings, dass wir ohne Besserung noch eine zweite Diät anhängen müssen, ohne überhaupt zu wissen, ob Lebensmittel Auslöser für sein Leiden sind. Startgewicht: 33,1 Kilogramm. Osterglocken blühen.

  81. Version 28 des Aneamal-Übersetzers ist fertig. 🙂 Auf https://prlbr.de/hn finden Nutzer Infos zu den Neuerungen und zum einfachen Aktualisieren auf ihrem Server.

  82. Vorgestern wurde Rübli von einem verzwickten Problem gepeinigt: Auf dem Sessel lag ein köstlich wirkender Knabberhappen für Hunde im Winkel zwischen Sitzfläche und Rückenlehne. R. konnte diesen angesichts des sperrigen Hundespielzeugs in seiner Schnauze – ein sehr kurzes, dickes Seil mit Knoten an beiden Enden – allerdings kaum erreichen und nicht greifen. Er versuchte es fiepend eine Zeit lang, bis er etwas bedrückt aufgab und sich ohne Imbiss auf sein Bett zurückzog. Nachdem er dort das Spielzeug fallengelassen hatte, regte ich ihn an, noch einmal nach dem Happen zu schauen, den er so freilich ohne Probleme schnappen konnte und dies auch tat. #LästernÜberHunde

  83. Browserhersteller, bitte unterstützt das neue Bildformat JPEG XL. 🥺

  84. Man beginne mit dem ersten Satz. Als nächstes steht selbstverständlich der dritte. Auf dem Fuße folgt dann der vierte Satz. Spätestens nach dem fünften Satz erzwinge man einen Zeilenumbruch.
    Mit dem neuen Absatz leite man einen frischen Gedanken ein. Im siebten Satz führe man diesen Gedanken fort, doch nicht zu weit, denn das Ende – und bevor man an dieses gelangt, möge man schließlich noch einen Bogen zum Anfang ziehen, um die dort aufgeworfenen Fragen zu beantworten – ist nicht mehr fern. Zu guter Letzt lösche man den zweiten Satz.

  85. Mit Bedauern stellte ich kürzlich fest, dass die Webpräsenz www.prignitzer-kreisringbahn.de von Burkhard Freier nicht mehr erreichbar ist. Einen Teil kann man glücklicherweise im „Internet Archive“ unter https://web.archive.org/web/20200226074106/http://www.prignitzer-kreisringbahn.de/ noch finden, doch viele Bilder fehlen dort. 😟

  86. Als ich auf dem Rückweg vom Mittagsspaziergang mit Rübli beim Zusammenlegen der Zehnmeterleine auf der Weisener Stepenitzbrücke nach unten blickte, sah ich wie Blut durch meinen Strumpf gesuppt war und von der Schuhsohle hinablief. Gut, dass ich das nicht früher bemerkt hatte – das hätte mir den Gang noch mehr verdorben. Verursacher war eine durchtrennte Wurzel, die hier und da auf Wegen flach aus dem Sand der Perleberger Heide ragen, deren Spitze ich einige Kilometer zuvor mit meinem großen Zeh getroffen hatte, wodurch ein Stück Haut herausgerissen wurde.

  87. Das Mysterium der Lichter am nächtlichen Himmel über Weisen, siehe @43, hat vor einigen Tagen Sascha aus Rieschweiler-Mühlbach in einer E-Mail mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgeklärt. Es wird sich um Starlink-Satelliten des Unternehmens SpaceX gehandelt haben. Zwar fand ich auf die Schnelle keine Quelle, um die Sichtbarkeit der Satelliten zur fraglichen Zeit im Nachhinein zu verifizieren, doch ich konnte auf findstarlink.com sehen, wann sie das nächste Mal über Weisen ins Blickfeld geraten würden. Ich musste nicht lange warten. Auch wenn die Lichter diesmal weniger hell und weniger rötlich erschienen, was durch einen anderen Winkel zur Sonne gewiss leicht zu erklären ist, passte ihre Bewegung sehr gut zu meiner früheren Beobachtung. Nebenbei meinte ich, während ich für vielleicht fünf Minuten den Nachthimmel aufmerksam beobachtete, kurz auch noch einen anderen Satelliten zu sehen. Der Himmel wird voll. Die Starlink-Flotte allein umfasst schon über tausend Satelliten und soll in den kommenden Jahren auf mehrere Zehntausend Satelliten ausgebaut werden. Für astronomische Beobachtungen ist das ein Graus.

  88. Apropos Wäsche: Heute habe ich versehentlich 1,51 € gewaschen. Hoffentlich ist das noch nicht strafbar.

  89. Wenn man im flach einscheinenden Abendlicht das Bettzeug ausklopft, kann einem die Wolke aus aufleuchtenden Partikeln Sorgenfalten auf die Stirn furchen. Lieblicher beobachtet sich die im flachen Morgenlicht aus der frischen Wäsche ausziehende Feuchtigkeit.

  90. Die Katze im Garten hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit meinem Hund.

  91. In der Nacht sah ich etwa aus Süden bis Südwesten, also aus Richtung Wittenberge, nacheinander drei gleichartige Lichter mit konstanter Geschwindigkeit am Himmel über Weisen ziehen. Das muss so gegen 23:50 Uhr UTC gewesen sein. Sie bewegten sich geradlinig, aber nicht genau in dieselbe Richtung. Der Mond leuchtete hell, dazu die Straßenbeleuchtung … nur wenige Sterne waren so in diese Richtung auszumachen. Die drei Lichter aber waren sehr deutlich zu sehen und auffällig rötlich, ohne zu blinken. Während ich vom ersten meinte, dass es über uns hinwegzog (ich achtete dann nicht weiter darauf), ist zu den anderen beiden anzumerken, dass sie über Weisen verschwanden. Hierbei könnten Fetzen von dünnen Wolkenschleiern eine verdeckende Rolle gespielt haben. Allerdings hatte ich eigentlich nicht den Eindruck, dass die Wolken dafür hätten ausreichen sollen. Andererseits mag das Licht auch halbwegs gerichtet gewesen und die Quelle ab einem bestimmten Punkt somit schlicht nicht mehr von mir aus sichtbar gewesen sein. Ich denke, die Lichtquellen flogen höher als die Fetzen von Wolkenschleiern. Geräusche fielen mir jenseits der Hintergrundgeräusche nicht besonders auf. Ich wüsste gerne, worum es sich bei diesen Flugobjekten handelte. Flightradar24 zeigt im fraglichen Zeitraum nur ein einziges DHL-Flugzeug auf dem Weg von Leipzig nach Kopenhagen über der Prignitz – und dies viel weiter östlich zwischen Kyritz und Pritzwalk.

  92. Rübli schnarcht. #LästernÜberHunde

  93. Auf dem Teich schwimmt noch Eis. Das Thermometer zeigt 17°C. Durch die Waldesluft flattern Zitronenfalter.

  94. Beim Betreten des schmelzenden Waldes grusten im dünnen Nebel Kraniche über uns.

  95. Vorgestern sahen wir in Breese zwei junge Kälber bei ihren Müttern. Ich denke, dass das eine Kalb auch vorgestern erst geboren wurde. Gestern auf einem überfrorenen Graben bei Wittenberge wieder mal: Nutrias. Einem frei jagendem Hund wären sie ohne offenes Wasser zum Opfer gefallen. Heute beim Abendspaziergang verschreckten wir im Schneegestöber Rehe, die sich in der Dämmerung an Kühen vorbei manchmal nahe an die Sportplätze wagen, wo auch ein paar Obstbäume stehen und das Teichbiotop ruht.

  96. Für eine Handvoll Tage hatten wir jetzt dauerhaft unter 0°C, also richtige Eistage. 2020 gab es das an der Wetterstation Seehausen (Altmark) gar nicht. Schnee liegt seit einigen Tagen. Nichtsdestrotz bin ich weiterhin mit Sandalen unterwegs. Das Eis, dass sich zwischen Sohle und Strümpfen unter den Zehen bildet, wenn Schnee dort zwischengerät, ist etwas unangenehm und an den Spitzen der großen Zehen sowie einem weiteren habe ich anscheinend Erfrierungen geringsten Grades. Erfrierung hört sich gleich sehr schlimm an, aber man bedenke, dass ein Sonnenbrand auch eine Verbrennung ist, ohne dass da etwas verkohlt und abfällt.

  97. Apropos Messung: Rübli brachte Anfang der Woche 33,9 Kilogramm aufs Eis. Er kann gern noch ein Kilogramm zunehmen.

  98. Gestern Morgen spazierte ich erstmals über den Gartenteich. Etwa in der Mitte angekommen hörte ich das Eis reißen. Auf dem Weg zum Ufer brach ich ein. Als ich, wieder auf dem Trockenen, meinen Fotoapparat hervorgekramt hatte und mit nassem Strumpf für Aufnahmen kurz auf einem Stein verweilte, fror der Strumpf daran fest. Die Eisdicke betrug knapp 27 Millimeter, wie ich im Nachhinein an der Bruchkante gut messen konnte.

  99. In Weisen wurden zwischen Ortsausgang gen Breese und der Stepenitzbrücke an der Westseite des Dammes Bäume gefällt, hauptsächlich Eichen – zu welchem Zweck, das weiß ich noch nicht. Am Fluss scheuchte mein Vierbeiner ein Aquanagetier auf, das sich in die Flussmitte zurückzog und sich dort, den Kopf flussaufwärts gerichtet, flussabwärts treiben ließ, bis ihm der Abstand sicher genug erschien, um wieder zum Ufer zu schwimmen.

  100. Merkwürdig, dass in den Nachrichten, beispielsweise im Deutschlandfunk, Aung San Suu Kyi dieser Tage stets De-facto-Regierungschefin genannt wird. Das ist sie nicht. De facto hat das Militär die Macht und die Regierungsgeschäfte in Myanmar übernommen.

  101. Vorgestern an der Stepenitz auf ein Mal gesehen: Kormoran, Grau- und Silberreiher; gestern Vormittag im Wald bei Seehausen wohl eine große Eule, aber ich bin mir nicht ganz sicher, da ich den Vogel nur von hinten, also nicht das charakteristische Gesicht erblickte.

  102. Isst dein Wuffel Pistazien? Meiner tut’s.

  103. Fortsetzung: Wäre eine Deflation andererseits für unseren Planeten vielleicht gar nicht so schlecht? Wenn das Wirtschafswachstum durch eine begrenzte Geldmenge ausgebremst würde? Wenn Leute lieber Geld horten, statt immer neue Produkte dafür zu kaufen? Aber das so einfach über die Währung zu machen, wo wer reich ist, ganz von allein reicher wird, während wer arm ist, auch noch seine Arbeit zu verlieren droht … Das scheint mir sozial nicht vernünftig zu sein. Oder habe ich einen Denkfehler?

  104. Fortsetzung: In dem Artikel wurde Silber als Basis für die Währung suggeriert. Historisch bestand Geld ja tatsächlich aus Edelmetall oder es wurde für Papiergeld zumindest Edelmetall hinterlegt, gegen das man es theoretisch stets hätte eintauschen können. Edelmetalle eignen sich ggf. besser für den Werterhalt als das heute übliche Fiatgeld, weil die Silbermenge einerseits begrenzt ist und auch nicht einfach durch eine Währungsreform vernichtet werden kann. Aber als Zahlungsmittel für den Handel? Wenn das Handelsvolumen schneller wächst als die Silbermenge, würde dem Handel relativ immer weniger Geld zur Verfügung stehen. Wenn Silber schneller zur Wertaufbewahrung gebunkert würde, als Silber aus Erzen gewonnen wird, dann würde dem Handel sogar absolut immer weniger Geld zur Verfügung stehen. Sein Wert würde steigen – toll für die Reichen, die bunkern – und das umlaufende Silber müsste kleiner gestückelt werden. Was bei einem digitalen Bitcoin noch geht, ließe sich bei physisch umlaufendem Silber gar nicht bewerkstelligen: es kleiner und kleiner zu stückeln.

  105. In einem Artikel las ich zu den Zielen einer hypothetischen neuen Währung, sie solle dem Handel von Waren und Dienstleistungen dienlich sein sowie für die Wertaufbewahrung tauglich. Ich kenne mich mit dem Finanzsystem nicht besonders gut aus … aber sind das nicht zwei potenziell widersprüchliche Ziele? Wertaufbewahrung heißt, dass Geld dem Kreislauf entzogen wird und unter Kopfkissen verschwindet. Dem Handel dienen heißt hingegen, dass Geld im Tausch gegen Waren und Dienstleistungen fließt. Geld gibt man gern aus, wenn sich seine Kaufkraft unter dem Kopfkissen auflösen würde. Das ist ja auch der Grund, wieso die EZB eine Inflation von knapp 2 % anstrebt. Von Rücklagen hingegen erwartet man, dass ihre Kaufkraft nicht schwindet – im Gegenteil würde man sich eine Wertsteigerung mit der Zeit wünschen.

  106. Der zweite Senat des Bundesverfassungsgericht hat eine Beschwerde von zehn Bürgerinnen, die Einspruch gegen die vergangene Bundestagswahl eingelegt hatten, weil gesetzlich keine geschlechterparitätische Verteilung von Listenmandaten vorgeschrieben war, einstimmig als unzulässig verworfen. Die Beschwerde war nicht annähernd ausreichend begründet. Interessanter als das schlichte Ergebnis ist oft, was das BVerfG dazu noch ausführt. Die verdauliche Pressemitteilung https://prlbr.de/gn enthält auch den Verweis auf den formellen Beschluss. So deutet das BVerfG an, dass gerade ein Paritätszwang die Chancengleichheit der Wahlbewerber verletzen könnte – was leicht nachzuvollziehen ist, wo es unterschiedlich viele Bewerber mit dem jeweiligen Geschlecht gibt. Auch weist das BVerfG darauf hin, dass alle Abgeordneten dem gesamten Volk verpflichtet sind und dieses repräsentieren, nicht etwa ein bestimmtes Geschlecht oder eine sonstige Gruppe. So ist nicht klar, warum eine bestimmte Gruppe nicht ausreichend im Bundestag vertreten wäre, nur weil Mitglieder der Gruppe einen geringeren Anteil der Abgeordneten stellen als sie an der Gesamtbevölkerung haben.

  107. 🥕 spazierte erstmals über den Teich auf unserem Grundstück: https://prlbr.de/tl – Mein Gewicht trug das Eis nicht, jedenfalls nicht auf der Fläche nur eines Fußes.

  108. Die Schnauzenspanne eines Hundes kann beeindrucken, wenn man beispielsweise Knabberzeugs in einen Karton verpackt und diesen an den Vierbeiner weiterreicht. Rübli erinnert mich an ein Krokodil, wenn er solch Beute mit seinen Kiefern umgreift.

  109. Zur Herausforderung aus dem vorigen Monat hier Lösungen: Wie man mit einem kleinen Quadrat auf die Ecken eines großen zeigen kann → https://prlbr.de/2021/zwei-quadrate/

  110. Nachdem es in der vergangenen Nacht geschneit hatte, lockte Sonnenschein heute Leute zu Spaziergängen und Flachlandrodeln: Traktor und Geländewagen zogen Schlitten hinter sich her.

  111. Gestern jährte sich Sandys – https://prlbr.de/sf – Geburt zum fünfzehnten Mal. Sie erlebte das Jubiläum aber leider nicht.

  112. Über einen gefrorenen Teich kann man gut Bälle rollen. Der Hund nimmt den längeren Weg ums Gewässer herum.

  113. Gestern Abend kochte ich versehentlich Plastiktüten.

  114. Um während eines Spaziergangs zu entspannen, bleibe ich nun manchmal in der Landschaft stehen, schließe die Augen und versuche einzeln – eines nach dem anderen – all die Geräusche in der Luft herauszuhören und zu identifizieren. Das funktioniert gut. In der geschlossenen Ortschaft muss tiefes Durchatmen genügen.

  115. Dieser Tage friert bei Temperaturen um die 0°C der Teich ab und zu zu und taut dann wieder. Es ist dabei interessant, die Muster im dünnen Eis zu sehen, die sich je nach Windverhältnissen und Temperaturentwicklung unterschiedlich bilden. Spannend ist aber auch zu sehen, dass wie heute Morgen manchmal der ganze Teich mit Ausnahme des Bereichs unter dem Steg gefroren ist. Der Steg hat keine stützenden Pfähle im Wasser, sondern hängt über wie ein Sprungbrett im Schwimmbad, aber dicht über der Wasseroberfläche. Es ist also nicht so, dass es einen physischen Kontakt von Steg und Wasser gäbe. Der Steg beschattet – was für das spätere Frieren wohl kaum als Erklärung taugt, nachts zumal. Er könnte den Wind bremsen oder aber als Hindernis im Wind für Wirbel in der Luft sorgen. Er behindert aber vielleicht auch gerade bei Windstille wie eine Decke das Aufsteigen warmer Luft. Denkbar wäre auch eine biologische Erklärung, die ich aber für unwahrscheinlich halte: Die vier Fische oder andere Tiere könnten im Schutz des Steges dort das Wasser oberflächennah bewegen.

  116. Im Weisener Hochwasserschutzdeich fielen mir heute östlich des Ortes zahlreiche Wühlmurfshügel auf.

  117. Mein Wäscheexperiment scheiterte, unter anderem weil es vorgestern wärmer wurde. An jenem Abend trat ich an den Fußballplätzen bei Dunkelheit und Regen ungewollt in eine Pfütze. Unter dem Wasser war noch Eis. Ich hatte keine Chance, mich auf den Beinen zu halten und landete im kalten Wasser. Gestern schneite es während des Mittagsspaziergangs, allerdings auch bei geringen Plusgraden, sodass der Schnee feucht und die Wege matschig waren. Dennoch weißte der Niederschlag kurzzeitig die Landschaft. Von der Stepenitz flog außer Stockenten ein Kormoran auf. Dort, wo er das tat, erweckte an einem aus dem Wasser ragenden Baumstumpf haftender Schnee den Eindruck, als würde ein Eisbär sich bis zur Hüfte aus dem Fluss emporrecken.

  118. Auf den Wäscheständern hängen Bettbezüge, Decke und Laken gefroren. Ich habe irgendwann einmal gehört, Wäsche würde besonders weich, wenn sie feucht gefriert und das Wasser dann sublimiert. Dies nun ist der Versuch. Leider schleuderte die Waschmaschine nicht richtig – vielleicht war die Waschladung zu groß, zu schwer, sodass die Maschine es nicht wagte. Es könnte also lange dauern, bis das Wasser aus dem Stoff ist, zumal die Nacht nach dem gestrig sonnigen Tag wieder einige Schneeflocken brachte und unter das Vordach auf die Wäsche trieb.

  119. Dass man mit Quotenregelungen bei Geschlechterquoten nicht schon stoppt, ist immerhin konsequent … Berlin gedenkt nun also eine Migrantenquote einzuführen, wie der Deutschlandfunk berichtet (https://prlbr.de/en). Zitat: „Bei Auswahl- und Einstellungsverfahren müssten Migranten dann künftig bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden, wenn sie in einer Verwaltung unterrepräsentiert sind. Berlins Sozialsenatorin Breitenbach von der Partei Die Linke sagte, alle Menschen in der Stadt müssten die gleichen Chancen haben.“ Die Formulierung ist goldig: „müssen … bevorzugt werden“, damit sie „die gleichen Chancen haben“. Ha ha! Wie gut das in Teilen der Gesellschaft wohl ankommt, wenn bei der Arbeitsplatzvergabe demnächst in Deutschland Menschen aus dem Ausland per Gesetz gegenüber in Deutschland Geborenen bevorzugt werden? Präziser: Laut Tagesspiegel (https://prlbr.de/fn) soll bevorzugt werden, wer mindestens einen Elternteil hat, der nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Man könnte meinen, der rot-rot-grünen Regierung wäre ein Handbuch „Wie spalte ich die Gesellschaft und treibe Rechtsextremen Wähler zu“ in die Hände gefallen. Vielleicht haben sie es auch gegen die Verfassung eingetauscht? Im Grundgesetz steht im dritten Artikel: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“, und, „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

  120. Zur blauen Stunden war nicht nur die Sichel des zunehmenden Mondes zu sehen, sondern sehr gut auch grau die restliche „Scheibe“. Ob ich wohl allein auf den Gedanken gekommen wäre, dass der Mond eine von der Sonne beschienene Kugel ist, hätte man es mich nicht gelehrt?

  121. Rübli bekommt morgens zwei Sorten Trockenfutter. Zwei Sorten bedeuten, dass das Frühstück nicht eintönig ist. Da ich die Futtersorten nicht mische, sehe ich aber auch, zu welchem er zuerst greift und sah manchmal, dass er von einem Teil etwas liegen ließ und erst später aß. Das ermöglicht mir, die weniger beliebte Futtersorte durch eine andere zu ersetzen und so die Köstlichkeit mit der Zeit zu erhöhen. Dabei lege ich die Hypothese zugrunde, dass er das angenehmere Futter zuerst isst und dass, wenn er etwas übrig lässt und erst später isst, jenes Futter weniger attraktiv ist … Hoffentlich ist es nicht genau umgekehrt. Ich bin vermutlich nicht der einzigen Mensch, der sich beim Essen gern noch einen leckeren Happen für den Schluss aufhebt, wenn Komponenten einer Mahlzeit unterschiedlich schmackhaft sind. Allerdings lasse ich nicht absichtlich die besten Happen auf dem Teller liegen, um später zu schauen, ob sie noch da sind.

  122. Herausforderung: Nimm zwei unterschiedlich große Quadrate – zum Beispiel aus Papier, dann kannst du sie hin und her schieben. Lege die Quadrate auf einer Ebene so aus, dass jede Ecke des großen Quadrates in einer geraden Linie mit einer Kante des kleinen Quadrats liegt.

  123. Schnee am Abend. Es ist nur eine dünne Schicht, aber ich hätte mit Rübli einen ⛄ daraus bauen können. Der südliche Nachthimmel war eben beim Spaziergang schön anzusehen. Orion zeigte sich zwischen den Wolken und diese wirkten sehr hell – gewiss, weil der Schnee Licht aus den Straßen zu ihnen reflektierte. Die dunkle Silhouette der kahlen Bäume bewies, dass es zwischen den Wolken auch von den Sternen abgesehen nicht schwarz ist. In der Ferne etwa in Richtung Werben: Wetterleuchten.

  124. Im Dezember 2013 dankte ich für eine Reihe Webcomics (https://prlbr.de/2013/12/). Von jenen lese ich noch immer „Buttersafe“ regelmäßig und vermisse „the bad chemicals“. Heute Dank für drei andere Webcomics – „Dark Side of the Horse“ von Samson: https://www.gocomics.com/darksideofthehorse/ – „Foxes in Love“ von Toivo Kaartinen: https://foxes-in-love.tumblr.com/ – „The Perry Bible Fellowship“ von Nicholas Gurewitch: https://pbfcomics.com/ – Danke!

  125. Vorgestern zeigte ich, welche natürlichen Zahlen sich als Differenz zweier Quadratzahlen darstellen lassen – bzw. geometrisch interpretiert als Kathetenquadrat eines rechtwinkligen Dreiecks, dessen andere Seiten ganzzahlige Längen haben. Mit Ausnahme der 1 und jenen geraden Zahlen, die nicht durch 4 teilbar sind, ist das bei allen natürlichen Zahlen möglich. Man kann nun fragen: Lassen sich die Ausnahmen immerhin als Summe zweier Quadratzahlen darstellen – geometrisch interpretiert als Hypothenusenquadrat eines rechtwinkligen Dreiecks, dessen Katheten ganzzahlige Längen haben? Die Antwort: manchmal. So sind beispielsweise 2 = 1² + 1², 10 = 1² + 3², 18 = 3² + 3² und 50 = 1² + 7² = 5² + 5². Die Summe a² + b² ergibt genau dann eine gerade Zahl, die nicht durch 4 teilbar ist, wenn a und b beide ungerade sind. Doch nicht alle geraden Zahlen, die nicht durch 4 teilbar sind, werden dadurch abgedeckt. 6 und 14 lassen sich so beispielsweise ebenso wenig wie die kommende Jahreszahl 2022 darstellen. Fürs Jahr 2018 = 13² + 43² war dies aber möglich, hier grafisch als Hypothenusenquadrat: https://prlbr.de/dn

  126. Mein Vati war bei meiner Geburt genauso alt, wie ich heute bin: 13703 Tage.

  127. 2021 lässt sich als Differenz zweier Quadratzahlen darstellen, beispielsweise als 45² − 2². Ist das etwas Besonderes? Kann man das mit jeder Zahl machen? Antworten findest du im Artikel: https://prlbr.de/cn

  128. In den letzten Tagen wurde viel über einen 15-Kilometer-Radius Bewegungsfreiheit um den Wohnort in Gebieten mit mehr als 200 Neuinfizierten pro 100'000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen geredet. Auf der Seite der Landesregierung Brandenburg heißt es nun allerdings: „Der Bewegungsradius wird für touristische Ausflüge, Sport und Bewegung im Freien auf einen 15 Kilometer-Radius um den jeweiligen Landkreis / die kreisfreie Stadt beschränkt, wenn dort eine 7-Tages-Inzidenz von über 200 vorliegt. Notwendige Fahrten über diesen Radius hinaus, z. B. zur Arbeit oder zum Arzt sind selbstverständlich weiterhin möglich.“ Das heißt dann ja, dass ich im ganzen Landkreis herumfahren kann und noch 15 Kilometer darüber hinaus, also von mir zum Beispiel ins 47 Kilometer entfernte Dannenberg in Niedersachsen oder ins 58 Kilometer entfernte Plau am See in McPomm, da die von meiner Landkreis-Grenze weniger als 15 Kilometer entfernt sind? Andererseits darf ich nicht ins 25 Kilometer entfernte Arendsee in der Altmark, weil das von meiner Landkreis-Grenze über 15 Kilometer entfernt liegt. Okayyyy ... Na ja, diese Entfernungsregelung hat ja sowieso nichts Direktes mit der Epidemie-Bekämpfung zu tun, denn ob jemand in der Umgebung im Park spazieren geht oder in einem soundsoviel Kilometer entfernten Park, das ändert überhaupt nichts am Infektionsrisiko. Daher braucht man sich auch nicht zu wundern, dass die Infektionslage am Reiseziel für die Regelung keine Rolle spielt. Ebenso war die am Montag auslaufende nächtliche Ausgangssperre erst einmal nicht sinnvoll für die Epidemiebekämpfung. Wenn ich nachts draußen spazieren gehe, dann steigt dadurch kein Ansteckungsrisiko. Im Gegenteil: Je mehr man die Zeit einschränkt, zu der man sich draußen bewegen kann, umso mehr konzentrieren sich die Leute draußen in genau dieser Zeit. Vermutlich will man eigentlich anderes mit solchen Maßnahmen bewirken, wie beispielsweise verhindern, dass Leute Party in irgend welchen Wohnungen machen, sich betrinken, nicht mehr auf Anzahl und Abstand achten. Feuchtfröhliche Feiern passieren oft zu später Uhrzeit. Aber Wohnungen kann man schlecht kontrollieren, also verbot man stattdessen, draußen rumzulaufen oder zu fahren, sodass man gar nicht in fremde Wohnungen gelangt oder aus diesen zurück nachhause. Das Problem mit solchen indirekten Maßnahmen: Sie sind wenig verhältnismäßig und senken die Akzeptanz. Bei mir tun sie das. Und man muss sich auch nicht wirklich wundern, dass manche Leute auf Verschwörungstheorien verfallen und andere Hintergründe vermuten, wenn ihnen verboten wird, wegen eines Virus nachts allein auf die Straße zu gehen.

  129. Vor Gericht sind Zeugen verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Dies ist wichtig für die Gerechtigkeit, für das Funktionieren unserer Justiz und damit auch unseres Staates. Man sollte in Betracht ziehen, auch Amtsträger im Amt und Abgeordnete in ihrer Tätigkeit als Volksvertreter grundsätzlich zur Wahrheit zu verpflichten, also nachweislich wahrheitswidrige Aussagen mit Strafe zu belegen. Auch könnte damit die Pflicht verbunden sein, eine Richtigstellung vortragen zu müssen – ein bisschen wie im Presserecht die Gegendarstellung. Wir haben spätestens in den letzten Tagen in den USA gesehen, wie wiederholte Lügen die Demokratie gefährden. Ich denke aber zum Beispiel auch daran, wie Kriege in der Geschichte immer wieder mit Lügen gerechtfertigt wurden. Zig Tausende sterben und niemand muss fürchten, zur Rechenschaft gezogen zu werden.

  130. Fortsetzung: Vermutlich lassen sich Stoffe a, b, c aus der Chemie finden, für die ⟨⟨a, b⟩, c⟩ = ⟨a, ⟨b, c⟩⟩ ≠ ⟨a, b, c⟩ gilt, auch wenn ich als Nicht-Chemiker spontan kein Beispiel benennen könnte. Kannst du? Noch spannender fände ich ⟨⟨a, b⟩, c⟩ = ⟨a, ⟨b, c⟩⟩ = ⟨b, ⟨a, c⟩⟩ ≠ ⟨a, b, c⟩. Falls nicht in der Chemie, findet man so etwas anderweitig in der Natur? Soziologisch kann ich mir vorstellen, dass es drei Parteien unter Umständen schwieriger fällt, eine Einigung in großer Runde zu erzielen, als wenn sich zunächst zwei zusammentun und dann ein dritter hinzustößt. Aber ein Szenario, in dem die Einigung immer gleich ausfällt, egal wer zunächst draußen steht, jedoch zu dritt nicht gelingt, ist nicht so naheliegend. Ansonsten fällt mir ein Trichter ein, durch den ein oder zwei Objekte in einen Behälter passen, aber drei einander blockieren und nicht durchfallen. Man könnte auch ein Schloss so konstruieren dass es sich nur öffnet, wenn drei Schlüssel gleichzeitig gedreht werden. Letztere sind allerdings konstruierte Beispiele.

  131. Fortsetzung: Verlassen wir an dieser Stelle gedanklich die Mathematik und die Beschränkung auf binäre Relationen. In eine Schüssel können wir zwei Zutaten zusammengeben, aber auch drei oder mehr Zutaten auf einmal. Nehmen wir Haferflocken H, Rosinen R und Kokosraspeln K. Während ⟨⟨H, K⟩, R⟩ für eine Mischung von Haferflocken und Kokosraspeln steht, denen nachher noch Rosinen beigemischt werden, steht ⟨H, ⟨K, R⟩⟩ zunächst fürs Mischen von Kokosraspeln mit Rosinen, die dann mit den Haferflocken vermischt werden. ⟨H, K, R⟩ soll nun bedeuten, dass Haferflocken, Rosinen und Kokosraspeln gleichzeitig in eine Schüssel gegeben und gemischt werden – eine ternäre Relation, wenn man so will. Ich denke, dass alle drei Formeln zum gleichen Ergebnis führen: Müsli.

  132. Das Assoziativgesetz gilt in der Mathematik für einige binäre Relationen und besagt: (a ◇ b) ◇ c = a ◇ (b ◇ c), wobei ◇ allgemein für einen Operator wie + oder × steht. Binär bedeutet hier, dass genau zwei Elemente verknüpft werden, bei dieser Schreibweise jenes links mit jenem rechts vom Operator. Ein konkretes Beispiel: (1 + 2) + 3 = 1 + (2 + 3). Es ist egal, ob man zuerst 1 und 2 addiert und dann 3 hinzufügt oder ob man erst 2 und 3 addiert und dann zur 1 hinzunimmt – das Endergebnis ist so oder so 6. Da die Reihenfolge egal ist, kann man die Klammern auch weglassen: a ◇ b ◇ c und im Beispiel 1 + 2 + 3.

  133. Für die Addition, Subtraktion und Multiplikation ganzer Zahlen zeige ich, wann das Ergebnis gerade bzw. ungerade ist: https://prlbr.de/gu. Das ist nichts aus den Kategorien Neuigkeit oder Hexenwerk, sondern nur eine Basis, auf der man Weiteres aufbauen kann.