Splitter, November 2010

286 – 2010-11-01, 10:20 Uhr

Es hat gestern nach dem Dunkelwerden vielfach an der Tür geklingelt. Migo freute sich sehr. Besuch für ihn war’s jedoch nicht: Es handelte sich um Schwärme kleinwüchsiger, erpresserischer Ungeheuer, die auf der Jagd nach saccharosem Schutzgeld durch die Straßen schwirrten. Wo ist die Polizei, wenn man sie braucht?


287 – 2010-11-01, 23:45 Uhr

Habe heute 1011 Worte für NaNoWriMo geschafft. Der Anfang fiel schwer, dann kam ich allerdings gut rein, denke ich. Entschieden, mit welchem Textstück ich beginne, habe ich mich erst in letzter Minute. Am Rande erwähnt: NaNoWriMo.org ist überlastet.

In Perleberg wird weiterhin an der Eisenbahn- und Fußgängerbrücke gebaut. Da somit nur Schienenersatzverkehr unterwegs ist, ist die Gelegenheit günstig, auch andere Arbeiten an der Bahnstrecke zu verrichten. Wird gemacht: Der Kreuzungsbereich von Gleisen und Bundesstraße 5 wird überarbeitet. Erfreulich ist dabei auch, dass der Fußgänger- und Radweg nach Düpow, der dort die Straßenseite wechselt, besser über die Straße geführt wird. Bald mit Verkehrsinsel in der Mitte der Fahrbahn.


288 – 2010-11-02, 10:55 Uhr

Einen Punkt aus meinen Bemerkungen zum Umzug nach prlbr.de möchte ich revidieren:

Nicht-ASCII-Zeichen in Pfaden sollte man möglichst ebenfalls vermeiden – obwohl bei Ihnen zumindest Aussicht besteht, dass sie gut unterstützt werden, wenn sich die derzeit in Arbeit befindliche Generation von HTML einmal in der Breite der betroffenen Software durchgesetzt hat.

Tatsächlich sieht das Bild noch etwas düsterer aus: Weicht der verwendete Zeichensatz beziehungsweise die verwendete Zeichenkodierung einer Seite, die einen Link mit Nicht-ASCII-Zeichen im Pfad enthält, von der implizit für Adressen angenommenen des verknüpften Servers ab, wird die Seite nicht gefunden. Unabhängig davon, ob der Link nun syntaktisch korrekt ist oder nicht.

Ergänzen möchte ich auch noch etwas zum ACE-String in IDNs: Dieser enthält stets zwei aufeinanderfolgende Zeichen „Bindestrich-Minus“, also ASCII-Zeichen mit der Nummer 45. Innerhalb von HTML-Kommentaren ist diese Zeichenfolge allerdings verboten, was zum unpraktischen Ergebnis führt, dass es nicht möglich ist, solche URLs in HTML wie gewohnt auszukommentieren.


289 – 2010-11-02, 23:18 Uhr

Heutige NaNoWriMo-Bilanz: 1678 Worte. Knapp über dem Tagessoll, wenn man die Zielmarke von 50.000 Worten durch die dreißig Tage des Monats teilt. Trotz des Fortschritts bin ich heute weniger guter Dinge: Es bewahrheitet sich die alte Erkenntnis, dass mir lange, beschreibende Texte nicht liegen. Dennoch habe ich vor weiterzumachen: Es stehen schließlich nur noch achtundzwanzig Tage zur Bewältigung an. So kurz vor dem Ziel gebe ich in diesem Jahr nicht auf!


290 – 2010-11-03, 12:05 Uhr

Wer fliegen möchte, muss Treibstoff mitnehmen. Wer Treibstoff mitnimmt, wird schwerer. Wer schwerer ist, braucht mehr Treibstoff, um zu fliegen. Eine Spirale, die zu einem riesigen Ressourcenverbrauch zum Beispiel bei Satellitenstarts führt. Da freut man sich über Meldungen wie diese von heise.de: Laser-Power-Beaming hält Fluggerät 12 Stunden in der Luft.


291 – 2010-11-03, 23:45 Uhr

Heute 1689 neue Worte für NaNoWriMo. Damit das Tagessoll erfüllt. Jetzt danach fühle ich mich ganz gut. Zwischendurch fragte ich mich, ob es die investierte Zeit wert sei, nach einem Monat sagen zu können: „Ich hab’s geschafft.“ Dass bei mir gerade ein tatsächlich lesenswerter Roman entsteht, denke ich nämlich nicht. Der Spaß am Schreiben dünnt sich mit dem Strecken des Textes aus – und gefühlt strecke ich viel. Aber mal schauen. Vielleicht lassen sich am Ende überarbeitet manche Textteile tatsächlich gut lesen. Im jetzigen Zustand gilt das sicher noch nicht. Gelöscht wird nicht, geändert nur kaum. Bis zum ersten Dezember ist das entscheidende Maß nur die Anzahl der Worte.

Bislang schrieb ich stets abends, einen Teil vor der nächtlichen Migo-Runde, einen Teil danach. Morgen werde ich die Hälfte schon vormittags tippen, wie Mathies empfahl. Vielleicht macht es zu früherer Stunde und wacher mehr Freude.


292 – 2010-11-04, 10:06 Uhr

Faszinosum Kreisverkehr: Um den Schuhmarkt standen heute morgen Autos mit laufenden Motoren im Regen. Die Ausfahrtsstraßen frei, befand sich anscheinend niemand im Kreis an der Stelle, wo er ihn verlassen wollte. So standen sie da, blockierten einander und dampften vor sich hin.


293 – 2010-11-04, 23:05 Uhr

Meinen Plan, für NaNoWriMo bereits am Vormittag zu schreiben, habe ich heute noch nicht umgesetzt. Beruflich war ein Serverlog-Auswertungsskript anzupassen, das ich nicht länger warten lassen wollte. Nichtsdestotrotz kamen heute 1836 Worte zusammen, sodass ich ein kleines bisschen von meinem mitgeschleppten Rückstand des ersten Tages abtragen konnte. Die Worte plätscherten ganz gut dahin – sicher noch nicht in konstantem Fluss, doch auch ohne Qual.


294 – 2010-11-05, 23:30 Uhr

Habe am heutigen Tag 1808 NaNoWriMo-Worte geschafft und wieder ein bisschen vom Rückstand aufgeholt. Eine Notiz zur Zählweise: Ich lasse die von Leerraum unterbrochenen druckbaren Zeichenketten zählen. Zwar wird dabei auch ein durch Leerzeichen umschlossener Gedankenstrich als ein Wort erkannt, andererseits aber ein Konstrukt wie „und/oder“ auch nur als eines. Die Abweichung von einer sprachlich genaueren Zählweise sollte deutlich unter einem Prozent liegen. Wenn am Ende des Monats die Frage beantwortet wird, ob 50.000 Worte erreicht sind, werde ich darauf achten, dass für ein „ja“ auch eine Textverarbeitungssoftware die Anzahl bestätigt.


295 – 2010-11-06, 17:45 Uhr

Nicht nur an mehreren Stellen in Perleberg stimmen die Google-Maps-Daten nicht. In Maps liegen auch internationale Grenzen am falschen Ort. Tja – Fehler passieren. Bei Google stört mich allerdings, dass die Feedback-Möglichkeiten für den einfachen Nutzer sehr beschränkt sind, um Probleme zur Korrektur zu melden. Das ist wenig zeitgemäß.

Ein Gutes hat die Sache natürlich: Wer wegen falscher Daten auf die Nase fällt, lernt zumindest, dass man sich nicht blind auf Dinge verlassen sollte, die irgendwo an einer Stelle im Netz stehen.


296 – 2010-11-06, 23:20 Uhr

Heute 1729 Worte für NaNoWriMo mehr schlecht als recht geschafft. Hatte in der Nacht zu wenig geschlafen. 20 % der Zeit des Novembers sind vorbei, 19,5 % der Worte geschrieben. Soweit passt das. Aber Migo hat einen Frosch im Hals. Sprichwörtlich. Ich hoffe, er wird nicht schlimmer krank.


297 – 2010-11-10, 9:45 Uhr

Tatsächlich hat sich, was bei Migo als Frosch im Hals begann, zu einem entzündeten Hals mit ohrenbetäubendem, krächzendem Husten und Schleimauswurf entwickelt. Nach Tierarztbesuch, noch anhaltender Medikamentengabe und schonendem Geschirr anstatt des Halsbandes bei Spaziergängen ist Migo wieder auf einem guten Weg der Besserung.

Schlaflos, besorgt und bei Tätigkeiten immer wieder unterbrochen fehlte mir allerdings die Konzentration und Leistungsfähigkeit, viel Sinnvolles zu erledigen. Den NaNoWriMo habe ich abgebrochen, um mich der Krankenpflege und noch etwas der Arbeit widmen zu können. Aus dem Stand vom 6. November schließe ich, dass ich die sportliche Herausforderung des NaNoWriMo ohne medizinische Zwischenfälle durchaus bewältigen könnte, allerdings leiden bei mir beim Schreiben im Akkord doch Spaß und Qualität, sodass der Rückzug nicht bedauert werden muss.

Heute Morgen wurden wieder Filmaufnahmen in Perleberg gemacht. Ich vermute, es wurden noch Szenen für die ZDF-Produktion über Beate Uhse gedreht.


298 – 2010-11-10, 20:35 Uhr

Meine Heizung habe ich in dieser Wintersaison das erste mal vorgestern Nacht angestellt. In Küche und Bad laufen sie nicht richtig. Wenn das Studium der Anleitungen nicht hilft, werde ich wohl einen Elektriker rufen müssen.


299 – 2010-11-12, 14:00 Uhr

Gestern Vormittag haben Christoph und ich im Stadtarchiv die „Perleberger Reimchronik“ von August Höpfner abfotografiert. Ich werde sie Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres öffentlich zugänglich machen.

Migo ging es gestern leider wieder schlechter. Die Nase läuft, zwischenzeitlich hatte er Durchfall und zu allem Unglück brach auch noch eine seiner Krallen. Nun geht es allerdings aufwärts und ich hoffe, dass diese Entwicklung anhält.


300 – 2010-11-19, 14:15 Uhr

„Paket in Namibia gefunden! Wer jetzt noch gegen die Vorratsdatenspeicherung ist, hat die Bedrohungslage nicht verstanden.“ Seufz. Und was soll der Zweck einer bundesweiten, monatelangen Terrorwarnung sein? Good-bye Vernunft, hello Angst. Politik kann so einfach sein – und Medien springen auf den Zug nur allzu gern auf.

Übrigens: Täglich sterben mehr als zehn Deutsche bei Verkehrsunfällen, mehr als 180 werden schwer verletzt. Aber das ist ja normal.


301 – 2010-11-19, 14:25 Uhr

Interessante Beobachtung: Während Bäume an ihren gesunden Zweigen ihre Blätter verlieren, bleiben sie an gebrochenen Ästen vertrocknet hängen. Dies zeigt, dass das Abstoßen der Blätter im Herbst ein aktiverer Prozess als ein bloßes Einstellen der Wasser- und Nährstoffversorgung ist.


302 – 2010-11-20, 0:55 Uhr

Seien $a_1,a_2,b_1,b_2\in\mathbb{R}\setminus\{0\}$ und

$$\begin{aligned} x_1 &:= a_1+\cfrac{b_1}{a_2+\cfrac{b_2}{\ddots}} \\ x_2 &:= \cfrac{b_1}{a_2+\cfrac{b_2}{a_1+\ddots}} \\ x_3 &:= a_2+\cfrac{b_2}{a_1+\cfrac{b_1}{\ddots}} \\ x_4 &:= \cfrac{b_2}{a_1+\cfrac{b_1}{a_2+\ddots}} \end{aligned}$$

konvergente Kettenbrüche mit Periode zwei. Dann gelten

$$\begin{aligned} a_1 &= x_1-x_2 \\ a_2 &= x_3-x_4 \\ b_1 &= x_2x_3 \\ b_2 &= x_1x_4 \end{aligned}$$

Sei ferner $P$ das Polynom

$$P(x) := (x-x_1)(x-x_2)(x-x_3)(x-x_4)$$

Dann lässt $P$ sich auch darstellen als

$$P(x) = x^4+Ex^3+Fx^2+Gx+H$$

wobei

$$\begin{aligned} -E &= x_1+x_2+x_3+x_4 \\ F &= x_1x_2+x_1x_3+x_1x_4+x_2x_3+x_2x_4+x_3x_4 \\ -G &= x_1x_2x_3+x_1x_2x_4+x_1x_3x_4+x_2x_3x_4 \\ H &= x_1x_2x_3x_4 \end{aligned}$$

Gesucht waren nun $E,F,G,H$ in Abhängigkeit von $a_1,a_2,b_1,b_2$. Lösungen der Aufgabe sind

$$\begin{aligned} E &= -\frac{(a_1-a_2)(b_1-b_2)+(a_1+a_2)\sqrt{(b_1+b_2+a_1a_2)^2-4b_1b_2}}{a_1a_2} \\ F &= \frac{E^2-(a_1-a_2)^2}{4}+b_1+b_2 \\ G &= \frac{E(b_1+b_2)-(a_1-a_2)(b_1-b_2)}{2} \\ H &= b_1b_2 \end{aligned}$$

wie man durch Einsetzen nachprüfen kann. Gefunden habe ich die Lösungen mithilfe viel Probierens.


303 – 2010-11-21, 13:05 Uhr

Der Artikel zum Extrapolieren von Folgen ist übrigens ein Nebenprodukt der oben stehenden Ergebnisse zu 2-periodischen Kettenbrüchen. Wie geschrieben hatte ich mich jener Lösung durch viel Probieren genähert – da lag es nahe, Testreihen systematisch zu untersuchen.

Verfahren und Formeln zum Extrapolieren von Folgen entwickelte ich selbst. Wie so oft fand ich danach allerdings, dass die Methode spätestens seit Newton bekannt ist.


304 – 2010-11-23, 17:45 Uhr

Die Perleberger Pollobrücke für Fußgänger und Radfahrer und die südlich daneben liegende Eisenbahnbrücke über die Stepenitz sind nicht mehr. Hier eine nunmehr historische Aufnahme von der August-Bebel-Straße aus: Foto vom 6. Juli. Derzeit können nur noch Mäuse und anderes Kleingetier an dieser Stelle über den Fluss auf einem, wie es scheint, Bündel von Kabeln balancieren.

Wie Prignitz express am 3. November berichtete, sollen die neuen Eisenbahn- und Passantenkonstruktionen am 1. Dezember an ihren Platz gehoben werden.


305 – 2010-11-23, 19:50 Uhr

Aus nackten Rosskastanien prasseln Wallnüsse nieder. Ein tückischer Streich? Nein – hungrige Rabenvögel beim Knacken der harten Schalen.


306 – 2010-11-24, 10:57 Uhr

Der erste zarte Schnee der Saison bleibt bislang kaum liegen. Ein wenig auf Autodächern, Ahornblättern am Boden und natürlich auf Brücken.


307 – 2010-11-24, 13:35 Uhr

mobile.twitter.com gefällt mir besser als der Standardzugang. Weniger Scrollen dank besser genutztem Platz, weniger unerwünschte Vorschläge und Informationen über Trends. Fein, fein – so profitiere auch ich ohne Smartphone von der Verbreitung kleinbildschirmiger Geräte.

Mal schauen, welche Internetauftritte sonst noch mit angenehmeren Handy-Versionen glänzen.


308 – 2010-11-24, 14:27 Uhr

An einem Computerarbeitsplatz ist es wichtig, zur Entspannung des Nackens ab und zu den Kopf zu schütteln. Hier eine Hilfe: Facebook lässt das Wort face als Marke schützen – und wegen der Verwendung von book verklagen sie andere auch längst – Ticker bei heise.de.


309 – 2010-11-27, 22:45 Uhr

Im letzten November veröffentlichte ich den Artikel Perleberger Brückenschach. Leider habe ich bis heute nur eine halbe Partie vom 28. Oktober 2009 bis zum 19. Mai dieses Jahres gespielt – danach setzte Schwarz das Spiel nicht mehr fort. Hier der Spielverlauf in Bild und ausführlicher algebraischer Notation:

Animation einer Partie Perleberger Brückenschach
WeißSchwarz
1g2-e4b8-d6
2f2-d4c8-e6
3d2-e3d8-e7
4Sb1-c3Sb9-c7
5h2-f4a8-c6
6e4-d5d6-e5
7Sg1-f3Sg9-f7
8Sf3-d2e8-d7
9Sd2-c4Lf9-e8
10Lf1-g2Ta9-a6
11c2-e4e7-d6
12d5xd6d7xd6
13e4-d5Lc9-e7
14d5xd6Le7xd6
15Sc3-d5Dd9-d8
16Sd5-b4Ta6-a9
17Th1-f10-0
18Lg2xc6Tf9-d9
19Lc6-b7Td9-c9
20Lc1-d2Dd8-b8
21Lb7-h1Tc9-d9
22Ld2-c3Ld6-e7
23Dd1-d3Le7-f6
24Sb4-d5Lf6-g7
25Sd5-e7

Migo liegt dieses Brettspiel bedauerlicherweise nicht. Ansonsten könnten wir uns darin messen.