Im Tierpark Perleberg

Seit 1964 besteht der Tierpark Perleberg. Er zieht sich im Süden der Stadt parallel zur Wilsnacker Chaussee entlang. Der Haupteingang mit Parkplatz liegt an der Industriestraße. Was nach rauchenden Schloten klingt, befindet sich tatsächlich im Wald, der sich vom Tierpark aus nach Osten und Süden ausdehnt. Im Norden schließen sich der baumreiche Friedhof und der Tierfriedhof an, westlich der Wilsnacker Straße liegt hinter einem schmalen Grüngürtel die Waldsiedlung.

Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Tierparks kann man unter www.tierpark-perleberg.de nachschlagen. Hunde dürfen leider nicht mit in den Tierpark kommen. Folgende Fotos nahm ich am 1. Juni dieses Jahres auf.

Profilportrait einer Weißgesichteule
Weißgesichteule
Weißgesichteulen, auch Büscheleulen genannt, sind in Afrika heimisch. Sie kommen dort in zwei Unterarten – einer nördlichen und einer südlichen – vor, die sich in ihren Rufen unterscheiden.
ein Esel liegt mit angewinkelten Vorderläufen und aufgerichtetem Kopf auf einem Sandboden
Esel
Esel sind uns in Deutschland schon lange als Last- und Zugtiere bekannt. Sie wurden allerdings erst vom Menschen als Nutztier hierher gebracht – unsere Hausesel stammen vom Afrikanischen Esel ab. Daneben gibt es noch Asiatische Esel, die nicht domestiziert wurden.
Viertelprofil-Portrait eines blauen Pfauenmännchens
Blauer Pfau
Der blaue Pfau stammt vom indischen Subkontinent, wird heute aber in aller Welt gehalten. Bekannt ist beispielsweise die Berliner Pfaueninsel, auf der auch heute viele der Vögel frei leben.
Guanakofohlen von hinten, es hat den Kopf leicht zur Seite gewendet
Guanakofohlen
Guanakos sind neben den kleineren Vikunjas eine der beiden wildlebende Kamelarten Südamerikas. Ihre domestizierten Verwandten heißen Lama und Alpaka. Guanakofohlen, wie das abgebildete, nennt man auch Chulengo.
auf einem Zweig hockt eine Diamanttaube
Diamanttaube
Die Heimat der Diamanttauben liegt im trockenen Australien. Die kleinen Federtiere werden nicht nur in Zoos, sondern ebenso privat als Ziervögel gehalten.
rechts liegt ein männlicher Steinbock mit großen Hörnern, links läuft ein Jungtier
Steinböcke
Steinböcke gehören zur Gattung der Ziegen. In Deutschland gibt es wildlebende Ziegen in Form des Alpensteinbocks im gleichnamigen Gebirge. Unsere Hausziegen stammen allerdings von asiatischen Wildziegen ab.
ein Meerschweinchen mit dreifarbigem Fell: schwarz, weiß und rötlich
Meerschweinchen
Meerschweinchen sind Nagetiere Südamerikas. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die sozialen Tiere als Heimtiere gehalten werden, züchtet man sie in ihrer Heimat oft als Fleischlieferanten.
an den Rändern Hinterteil und Vorderteil jeweils eines liegenden Trampeltiers, mittig ein Jungtier
Trampeltiere
Die zweihöckrigen Kamele der alten Welt heißen Trampeltiere. Während es Millionen von domestizierten Tieren gibt, ist die wilde Population vom Aussterben bedroht. Ein Schicksal, dass ihre einhöckrigen Verwandten, die Dromedare, schon vor langer Zeit ereilte.
ein Wisent liegt auf dem Sandboden, auf dem Rücken ist das alte Fell deutlich zu sehen, während von unten im Zuge des Haarwechsels neues Fell nachkommt
Wisent
Der Wisent, auch Europäischer Bison genannt, wurde durch den Menschen in den 1920er Jahren in freier Natur ausgerottet. Heute wildlebende Tiere wurden aus Zoos ausgewildert. In Brandenburg existiert in der Döberitzer Heide eine mehr als 18 km² große Naturlandschaft, die Wisente sich mit anderen Wildtieren teilen.
aus dem mit Entengrütze bedeckten Wasser ragt ein Braunbärkopf, zu sehen im Profil
Braunbär
Ein Braunbärrüde nimmt ein Bad und labt sich an der Entengrütze auf dem Wasser. Einige Minuten später paarte er sich mit einem Weibchen. Ob das Nachwuchs gibt?
eine Zwerggans streckt sich in die Länge
Zwerggans
Gänse sind in der Prignitz zahlreich zu Gast, insbesondere an der Elbe. Dass eine Gans das Wappen der Prignitz ziert, ist jedoch nicht darauf, sondern auf den Namen der alten Adelsfamilie Gans zu Putlitz zurückzuführen. Die abgebildete Zwerggans gehört einer bedrohten Art an.
grün lackierter Normag-Traktor mit gelben Rädern
Landmaschinen
Auf dem Gelände des Tierparks sind auch einige Landmaschinen ausgestellt. Hier ein Normag Faktor II aus dem Jahr 1955.
ein Wolf liegt mit überkreuzten Vorderpfoten und schielt in die Kamera
Wolf
Nachdem sie in Deutschland ausgerottet waren, wurde in den letzten zwei Jahrzehnten eine geringe Zahl aus dem Osten eingewanderte Wölfe in Brandenburg wieder heimisch. Der streng geschützte Wolf ist eines der beiden Wappentiere der Prignitz und der nahste Verwandte des Haushundes.
ein Weißstorch stolziert durch grünes Gras
Weißstorch
Weißstörche sind bei uns Sommergäste. Hier bauen die vorwiegend in Afrika überwinternden Zugvögel Jahr für Jahr ihre Horste weiter aus und ziehen ihre Jungen auf. Rühstädt im Süden der Prignitz ist eines der storchenreichsten Dörfer Deutschlands.
ein Totenkopfäffchen schaut nach oben
Totenkopfaffe
Der natürliche Lebensraum der Totenkopfaffen liegt in Süd- und Zentralamerika. Da sie mit einem Gewicht von nicht mehr als gut einem Kilogramm recht klein sind, spricht man auch von Totenkopfäffchen. Es werden fünf Arten unterschieden, von denen zwei in ihrem Erhalt gefährdet sind.
Wildschwein-Keiler von vorne
Wildschwein
Wildschweine sind intelligente und anpassungsfähige Tiere. Sie kommen heute in Deutschland in großer Zahl vor. Wie der Name vermuten lässt, stammen unsere Hausschweine von Wildschweinen ab.

Bei tiergerechter Haltung sehe ich zoologische Gärten als wertvoll. Sie können wie im Fall des Wisents direkt zum Erhalt von Arten beitragen und eine Wiederansiedlung in Freiheit ermöglichen. Ich denke ferner, dass es wichtig ist, dass Menschen Tiere kennenlernen, denn man fühlt nicht mit und nimmt keine Rücksicht auf Wesen, zu denen man keinen Beziehung hat, um die man vielleicht gar nicht weiß.

So ist wünschenswert, dass in Tierparks nicht nur Informationen zu den Arten präsentiert werden, sondern ein größerer Zusammenhang beleuchtet wird. Wie schaut ihr Lebensraum aus? Wie beeinflussen wir diesen? Zoos sind geeignete Orte, um Verschmutzung, Klimawandel, Überfischung und die Folgen menschlicher Armut auf die Umwelt zu thematisieren. Im Angesicht der Tiere sind das keine abstrakten, sondern konkrete Probleme.