Über Kate Bush: 50 Words For Snow

Um mit Kate Bushs zehntem Studioalbum warmzuwerden, benötigte ich Zeit. Unpassend ist das nicht, denn es trägt den Namen „50 Words for Snow“, 50 Worte für Schnee. Das Album als Ganzes hinterlässt in meiner Stimmung meist einen eher kalten, distanzierten Eindruck trotz fraglos heimeliger Passagen und rührender Texte wie in „Lake Tahoe“. Es ist durchzogen von einer Zwiespältigkeit, von Schönheit und ihrer Vergänglichkeit, wie es für Schnee nicht charakteristischer sein könnte.

Im Titelsong „50 Words for Snow“ steckt genau, was auf der Packung steht: Als Prof. Joseph Yupik trägt der britische Schauspieler und Tausendsassa Stephen Fry 50 Wörter für Schnee vor. Kate Bush zählt. Einen klassischen Refrain besitzt das Stück nicht, aber Kate Bush feuert „Joe“ zwischendurch singend an, weiterzumachen:

Come on Joe, just 22 to go.
Come on Joe, just 22 to go.
Come on Joe, just you and the Eskimos.
Come on now, just 22 to go.
Come on now, just 22 to go.
Let me hear your 50 words for snow.

Eine geeignete Vorbereitung auf eine Arktisexpedition und die Kommunikation mit Einheimischen ist der Song nicht: Die Worte sind nicht tatsächlich gebräuchliche Bezeichnungen für Schnee, sondern überwiegend mehr oder minder bizarre Schöpfungen Kate Bushs et al.[1]

Als Song des Monats Huno, dem Hühner- und Gänsevögeln gewidmeten vierten Monat des Migokalenders, wählte ich „50 Words for Snow“ des siebten Schneewortes wegen: „Swans-a-melting“ würde ich mit „Schwanenschmelze“ ins Deutsche übertragen. Wer einwenden mag, dass Schnee so gar nicht zum herrschenden Frühling passe, dem sei versichert, dass hier in Brandenburg erst vor wenigen Tagen zwischen Kirschblüten auch Schneeflocken zu Boden segelten.

Du kannst Dir 50 Words for Snow auf Youtube anhören. ☃️


[1] Nummer 42, peDtaH ’ej chIS qo’, übersetzte der Schöpfer der klingonischen Sprache, Marc Okrand, persönlich.