Marienborn

Wanderimpressionen Marienborn–Helmstedt, erster Teil

Die Kirche St. Marien ragt von den Überresten des einstigen Klosters und späteren Damenstifts Marienborn am höchsten empor. Das Bild zeigt links von ihr den Westflügel des „Schlosses“, rechts versteckt das Pfarrhaus.
Marienquellwasser läuft an der Marienkapelle aus einer Armatur – auch mit Verzierung fand ich das etwas unromantisch, denn Wasser aus der Leitung ist heute alltäglich. Die Marienquelle gab dem Kloster und später dem Dorf Marienborn seinen Namen.
Fenster in Marienborn
Bahnübergang zwischen Marienborn und Morsleben – unter Morsleben lagern radioaktive Abfälle in einem ehemaligen Salzbergwerk. Der Schienenweg verbindet Magdeburg und Braunschweig.
Die in der Mitte der 1930er Jahre gebaute Autobahn 2 überquerten und unterquerten Mathies und ich je zweimal auf unserer Wanderung nach Helmstedt. Man könnte auch ohne Querung von einem Ort zum anderen gelangen.
Wirbellose Tiere dellen die Wasseroberfläche, wodurch das Licht den Grund dieses Baches nicht gleichmäßig ausleuchtet, sondern unter ihnen „vierblättrige Schatten“ entstehen.
Schatten meines Begleiters und seines Begleiters
Willkommen auf dem Gelände der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Sie befindet sich am einstigen Grenzübergang Helmstedt/Marienborn zwischen West- und Ostdeutschland, BRD und DDR.
Einige Gebäude auf dem Gelände stehen leer und offen. Lampen sind fort, aber die Fassung hat man noch nicht verloren.
Dieser nicht ortsgebundene Hochstand erinnerte mich an einen Backofen.
Eingang zum eigentlichen Gelände des ehemaligen Grenzübergangs. Beim Namen der Fotoausstellung Voll der Osten musste ich unweigerlich an Vollpfosten denken.
Links die Pass- und Zollkontrolle für in die DDR einreisende Lastkraftwagen und Busse, rechts die Passkontrolle für einreisende Personenkraftwagen – die große Kapazität des Grenzübergangs erklärt sich mit der Lage an der zentralen Transitstrecke zwischen Westdeutschland und West-Berlin.
Rechts die Veterinärstation, dahinter das Staabsgebäude mit Dauerausstellung
Ascher mit Anmutung eines Kosmonautenhelms und Mülleimer – über ihnen weist ein Siegel an der Wand (nicht im Bild) auf die Zugehörigkeit der ganzen Gedenkstätte zum Europäischen Kulturerbe hin.
Ein selbstbewusstes Toilettenschild – interessant fand ich, dass die Frau im Symbol fürs Damenklo ebenso standfest dargestellt wurde, was man heute selten sieht.
So manches ist mir vertraut: das Telefongrau, Heizkörpergerippe, die Lamellen der Deckenleuchte … Merkwürdig, es museal hinter Glas verschlossen zu sehen.
Was haben eine Zitrone, ein Quitscheentchen und die Passkontrolle Marienborn gemein? Das Originaldach über den Baracken der Passkontrolle wurde vor wenigen Jahren ersetzt, weil es marode war. Der Farbton nach Austausch soll aber originalgetreu sein.
Macht es etwas mit einem Menschen, wenn er jeden Tag in goldigem Licht arbeitet?
Und wenn das Wasser gelb aussieht, das er trinkt, macht das etwas mit ihm?
Die Gehirne derer, die hier arbeiteten, werden vermutlich einen ähnlich neutralen Farbeindruck erzeugt haben, wie die waffenstarrende Spaltung des Kontinents normal erschienen sein mag. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere.
Vom Rasthof Marienborn darf man nicht gen Westen fahren.
Kaum minder symbolhaft als die Skulptur „Mauerklammer“ von Achim Borsdorf auf dem Gelände der Gedenkstätte war die Spielgeräteanordnung in der Siedlung Harbke Autobahn.
Nachdem wir die Bundesautobahn 2 überwunden hatten, wanderten Mathies und ich auf dem Kolonnenweg parallel zur Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Fortsetzung folgt …