Energiebedingte CO₂-Emissionen in Brandenburg

Gestern stolperte ich über Daten zur Entwicklung der energiebedingten CO₂-Emissionen in Brandenburg auf den Seiten des Landesamts für Umwelt des Bundeslandes. CO₂ ist die chemische Formel für Kohlendioxid. Es handelt sich dabei um das wohl bekannteste Treibhausgas. Je mehr CO₂ in der Atmosphäre ist, desto stärker heizt sich die Lufthülle um unsere Erde unter der Sonneneinstrahlung auf, weil wegen des CO₂ weniger Wärme ins Weltall abstrahlt.

Das folgende Balkendiagramm gibt den Ausstoß von CO₂ in Millionen Tonnen in Brandenburg für die Energiegewinnung während der Jahre 2000 bis 2017 an, ergänzt um einen Vergleichswert von 1990 und das Ziel fürs Jahr 2030.


✻ vorläufige Angaben
† klimapolitisches Ziel der Landesregierung von 2012

Man sieht, dass zwar der CO₂-Ausstoß in den 1990er Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung gesunken ist, doch im 21. Jahrhundert wurden die Emissionen kaum weiter reduziert. Insbesondere lag der Ausstoß 2017 höher als im Jahr 2008. In den vergangenen Jahren wurden in Brandenburg viele Windkraft- und Solaranlagen installiert, welche Strom liefern, ohne Kohlendioxid zu produzieren. Doch dass allein hilft nicht gegen die Klimaerwärmung, wenn zugleich Braunkohlekraftwerke weiterlaufen, welche besonders viel Treibhausgas ausstoßen.

Bei allen positiven Anstrengungen im Bereich der erneuerbaren Energien muss man konstatieren, dass das letzte Jahrzehnt Energiewirtschaft in Brandenburg für den Klimaschutz quasi verlorene Jahre waren. Um das Ziel für das Jahr 2030 zu erreichen, müssten die Emissionen in den kommenden 13 Jahren stärker gesenkt werden, als es in einem Vierteljahrhundert zuvor gelang. Wenn ich zudem lese, dass sich Ministerpräsident Woidke für ein längeres Beibehalten der Braunkohleverstromung einsetzt, fehlt mir das Vertrauen in die regierenden Politiker, dass sie das Thema Klimawandel ernst nehmen und wirksame Maßnahmen zu seiner Begrenzung ergreifen.

Ob ein Erreichen des Zieles für 2030 schon ein außreichender Beitrag Brandenburgs gegen die Erderwärmung wäre, mag man überdies infrage stellen. Mit dann etwa 10 Tonnen energiebedingter CO₂-Emissionen pro Einwohner würde man gerade mal am deutschen Durchschnittswert von heute kratzen (2017: 9,7 Tonnen pro Kopf) – kein allzu ambitioniertes Ziel also.