Wie oft passt Berlin in Brandenburg?

Brandenburg und Berlin decken eine Fläche von der Größe Belgiens ab. Aber welchen Anteil hat daran Berlin, welchen Brandenburg? Wenn ich neue Leute kennenlerne, bitte ich sie gern darum, ohne Blick auf eine Karte zu schätzen, wie oft die Fläche Berlins in die Fläche Brandenburgs hineinpasst. Bislang unterschätze nur eine Person die Fläche Berlins relativ zu Brandenburg. Fast alle überschätzten Berlin.

Berlin umschlossen von Brandenburg mit seinen Landkreisen, Stand 2017
(Grafik von TUBS, CC BY-SA 3.0)

Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weist Berlin ein Areal von 891,7 Quadratkilometer auf. Mit einem Territorium von heute 29654,4 Quadratkilometern ist Brandenburg das größte der 1990 gegründeten Bundesländer. Ohne hohe Rechenkunst ergibt das Teilen der einen Zahl durch die andere, dass Berlin gut 33-mal in Brandenburg passt.

Die häufige Überschätzung Berlins vermute ich zum einen in der Gewöhnung an Karten begründet, die Berlin übergroß darstellen. Das macht man zum Beispiel in Liniennetzplänen des öffentlichen Personenverkehrs sinnvollerweise so, damit die vielen Verbindungen im dicht besiedelten Berlin besser erkennbar sind. Im aktuellen Netzplan des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg passt Berlin nur siebenmal in Brandenburg.

Nicht nur Pläne der Zugstrecken, auch das Fahren im Zug kann täuschen. Fährt man quer durch Berlin und Brandenburg, verbringt man vermutlich überproportional viel Zeit in Berlin, weil der Zug auf Strecken wie der Berliner Stadtbahn langsamer fährt. Dichter gesetzte Haltestellen mögen den Eindruck verstärken.

Zum anderen ist Berlin im Verhältnis zu Brandenburg präsenter in den Medien und vielen Köpfen. Berlin ist nicht nur Hauptstadt Deutschlands, sondern stand im vergangenen Jahrhundert auch oft im Zentrum der Weltpolitik. Außerdem weist Berlin mit gut 3,52 Millionen Einwohnern tatsächlich eine deutlich größere Bevölkerung als das flächenmäßig 33-mal so große Brandenburg mit 2,48 Millionen Einwohnern auf.