September 2016

How to make a girl like you
Are you lonely?
Here is how to make a girl like you!

Wellenbrecher

Migo in der Ostsee westlich von Warnemünde, September 2007

Zu „Krankheiten“ wie einem leichten Asperger-Syndrom

Überlegungen aus einem E-Mail-Austausch

Manchmal ist es gut, wenn man Dingen einen Namen geben kann, um sie für sich einzusortieren und ihnen irgendwie einen Sinn zu geben. Manchmal, bei Krankheiten, freilich auch um sie zu behandeln. Bei anderen Dingen, die als Krankheit eingestuft werden, habe ich Zweifel, ob das wirklich nötig oder sinnvoll ist, und ich finde, dass eine gewisse „Überpathologisierung“ zum Beispiel bei „Modekrankheiten“ zu erkennen ist, die sich vor allem bei psychischen Erkrankungen bzw. vermeintlichen Erkrankungen finden, die plötzlich sehr gehäuft auftreten und nach einigen Jahren wieder abebben. Es gab zum Beispiel Zeiten, als Frauen in Massen mit „Hysterie“ diagnostiziert wurden.

Ein sporadisch gehäuftes Auftreten von Krankheiten ist tatsächlich nicht ungewöhnlich – bei Infektionskrankheiten sogar typisch. Außerdem mag es Krankheiten geben, die durch gewisse Veränderungen in Technik oder Gesellschaft ausgelöst werden, und die dann auch epidemie-ähnlich auftreten, ohne ansteckend zu sein. Zum Beispiel könnte das Auftreten von Hautkrebs in polarnahen Regionen aufgrund der Zerstörung von Teilen der Ozonschicht, verursacht durch den Einsatz bestimmter Stoffe in Kühlschränken, Sprays usw. erklärt werden und wieder zurückgehen, wenn sich die Ozonschicht regeneriert. Daher muss man natürlich vorsichtig sein, eine Krankheit einfach als Modeerscheinung abzutun, nur weil sie wie eine Modewelle kommt und wieder geht.

Dennoch denke ich, dass unnötig viel pathologisiert wird. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass alles Einbildung wäre, sondern, dass man nicht alles, was vielleicht wirklich von der Mehrheit abweichend ist, als Krankheit einstufen muss. Wir Menschen haben alle große Gemeinsamkeiten, aber sind doch auch alle verschieden. In irgend einer Weise wird jeder Mensch von der Norm abweichen und wenn wir das immer als Krankheit bezeichnen würden, dann wären wir alle krank. Übrigens weicht jede neue Entwicklung zunächst vom Gewöhnlichen ab, sei es bei Denkweisen, in der Technik, oder auch in der biologischen Evolution. In einem pathologisierenden Umfeld lässt sich das instrumentalisieren, um beispielsweise politisch anders Denkende zu stigmatisieren, zu unterdrücken und eventuell in psychiatrischen Einrichtungen wegzusperren.

Ich finde gut, dass wir Menschen uns voneinander unterscheiden. Das mag nicht immer einfach sein, aber es ist auch spannend und für die Menschheit insgesamt fruchtbar.

Solange jemand nicht unter einem außergewöhnlichen Merkmal seiner selbst leidet, wäre ich vorsichtig, es als Krankheit einzustufen, und wenn er leidet, würde ich prüfen, ob es das Merkmal selbst ist und nicht vielleicht doch die Reaktion der Umwelt, was zum Leiden führt – bei abstehenden Ohrmuscheln zum Beispiel, aber auch bei vielen Merkmalen, die mit der Psyche zu tun haben.

bb||!bb

Kleines Rätsel für Programmierer und Anglistiker: Aus welchem Werk stammt das berühmte Zitat in der Überschrift?

Vier Perleberger Fotos aus dem Vorjahr

Schriftzug …VLTZEN, in Holz geschnitzt
Heilige-Geist-Straße, 24. September 2015
Fachwerkhaus an der Stepenitz, 25. September 2015
Pflaumenplantage am Marderweg, 25. September 2015
Migo, 25. September 2015

Kommentare

  1. 13:23, 1. Oktober 2016

    To flee or not to flee!

    Ich frage mich, welchen Normbegriff zu Grunde legen?

    Statistische Norm? Schreiner sein wäre dann abnormal, da 50% unserer Geselschaft keine Schreiner sind.

    Soziale Norm? Dann müsste ich eine Frau heiraten, Gartenzwerge züchten und einen Jägerzaun besitzen.

    Individuelle Norm? Dann weicht man zwangsläufig ab, wenn man sich weiterentwickelt; im Vergleich zu mir als Baby mache ich abnormal weniger in die Hose und bin schwerer geworden.

    Funktionale Norm? Dann wäre es erst dann abnorm, wenn funktionale Störungen entstehen, wie Schlafstörung durch Arbeiten am PC bis tief in die Nacht.

    Welche Norm nun?

    Im Übrigen. Faszinierend ist, dass das DSM bereits das Leiden des Patienten als Grundlage bzw Voraussetzung zur Diagnose hat; leidet der Mensch nicht, darf er keine Diagnose bekommen.

    Auch Interessant, dass es kein Gesetz das ICD oder DSM zu nutzen gibt. Es wird zur Kassenabrechnung erfordert; aber jeder Arzt/Psychologe darf einen Furz diagnostizieren.

    Bei 'Quarks und Co' im WDR gab es eine Sendung zu erfundenen Krankheiten wie Bluthochdruck, Vitamin C Mangel, ADS, und Cholesterinlüge. Es gibt sogar spezialisierte Werbeagenturen um Krankheiten medial zu pushen.

    Solange man Milliarden umsetzt mit Diagnosen und Therapien, sehe ich keine Hoffnung auf ein Gesundheitssystem oder eine Lobby für Gesundheit.

    A plus

    Bärenbewunderer

  2. 13:25, 1. Oktober 2016

    http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/planet-wissen-wdr/video-erfundene-krankheiten--werden-wir-zu-patienten-gemacht-100.html

  3. 10:26, 5. Oktober 2016

    Hier ein weiteres Rätsel. Was bedeutet

    2p || !2p

    ?

  4. 13:37, 5. Oktober 2016

    Danke für Eure Kommentare.

    @3: Das ist doch bestimmt die spannende Frage, ob man als Kreiszahl sinnvollerweise das Verhältnis aus Umfang und Radius τ oder klassisch das Verhältnis aus Umfang und Durchmesser π lehren soll.

    Martin