Wann steht die Sonne im Zenit?

Steht die Sonne nicht immer um zwölf Uhr am höchsten? Deshalb nennt man diesen Zeitpunkt doch Mittag, oder? Die Antwort auf diese Fragen ist „jein“, denn tatsächlich war es einmal so, ist heute aber anders.

Die Mächte, die scheinbar zum Verrücken der Sonne am Himmel geführt haben, waren mechanische Uhren, Eisenbahnen und Telegrafie. Diese Technologien haben uns Menschen viel genutzt und uns gleichzeitig ein Stück weiter von der Natur entrückt. So fällt es uns heute leicht, das Handeln untereinander über große Distanzen zu koordinieren. Den Stand der Gestirne über unseren Köpfen zu kennen, an denen sich unser Lebensrhythmus einst orientierte, wurde derweil zu einer komplizierten Rechenaufgabe.

Doch bevor ich mich der Frage stelle, wann die Sonne im Zenit steht, muss eine andere geklärt werden …

Zenit oder Zenit?

Das Wort Zenit hat im Deutschen zwei Bedeutungen. Zum Einen meint es jenen „Punkt auf dem Himmel“, der genau über dem Betrachter liegt. Wie wir allerdings seit Kurzem wissen, ist der Himmel kein Gewölbe, an das man einen Punkt malen könnte. Man kann sich diesen Zenit jedoch als Richtung entlang einer Linie denken, die vom Mittelpunkt der Erde aus durch den Kopf eines jeden stößt, der denselben mit der Frage nach dem Zenit beschäftigt.

Wann die Sonne in diesem Zenit erster Art steht, also genau wie der grübelnde Kopf von der gedachten Linie durchbohrt wird, lässt sich für Bewohner des europäischen Kontinents leicht beantworten: gar nicht. Das passiert nur für Beobachter zwischen dem nördlichen Wendekreis, der quer durch die Sahara verläuft, und dem südlichen Wendekreis, der sich mitten durch die Kalahari zieht.1

In der zweiten Bedeutung meint das Wort Zenit den Höhepunkt eines Verlaufs. Sagen wir, jemand habe seinen Zenit überschritten, meinen wir nicht, er sei schon einmal über den eigenen Kopf spaziert. Wir meinen, dass er den Höhepunkt seiner Schaffenskraft hinter sich gelassen hat. So geht es auch in diesem Artikel beim Zenit der Sonne um den Zeitpunkt ihres täglichen Höchststandes in ihrem scheinbaren Verlauf.

Ein Sonnentag hat selten 24 Stunden

Dass der Himmel eine Kugelschale sei, an deren Innenwand man im Prinzip einen Punkt zeichnen könnte, war in der Menschheitsgeschichte nicht der einzige verbreitete Irrtum über das Weltall. Prominent ist die fehlerhafte Annahme, die Sonne und Planeten würden sich allesamt um die Erde drehen. Für den Sonnenstand wichtiger als die Frage, wer sich um wen dreht,2 ist allerdings die Form der Bahn der sich bewegenden Körper. Dass diese Bahnen perfekte Kreise seien, gehört ebenfalls zu den letztendlich unhaltbaren Irrtümern.

Darstellung des Universums mit den irdischen Vier Elementen im Zentrum, kreisförmigen Bahnen von Mond, Sonne und fünf Planeten sowie Sternbildern auf einer äußeren Schale – Johannes Honterus, 1552
(Bild der Deutschen Fotothek via Wikimedia Commons)

Johannes Kepler verdanken wir die Einsicht, dass die Planetenbahnen um die Sonne viel mehr elliptisch sind und dass sich ein Planet je nach Position auf dieser Bahn unterschiedlich schnell bewegt. Dies allerdings hat zur Folge, dass die Dauer zwischen zwei Sonnenhöchstständen nicht konstant ist.

Die Form der Erdbahn ist aber nicht der einzige Faktor, der die Dauer des Zeitraumes zwischen zwei Zenitständen verändert. Nicht weniger wichtig ist der Umstand, dass die durch Nord- und Südpol verlaufende Achse der täglichen Erddrehung gegenüber der durch die Sonne verlaufenden Achse, um welche die Erde einmal im Jahr ihre Bahn zieht, gekippt ist.

Von Sonnen- und mechanischen Uhren

Klassische Sonnenuhren sind feine, einfache Hilfsmittel. Nachts, im Kohlebergwerk oder am Handgelenk sind sie allerdings von geringer Nützlichkeit. Auch eignen sich Sonnenuhren minder, um kurze Zeitspannen zu messen oder heimwehgeplagten Reisenden in der Ferne zu sagen, welche Tageszeit im selben Moment zu Hause herrscht.3 Das bot Motivation genug, um mechanische Uhren zu entwickeln.

Mechanische Uhren arbeiten typischerweise, indem sie die Wiederholungen immer gleich lang andauernder Vorgänge zählen – beispielsweise die Schwingungen eines Pendels. Als sie anfangs nur ungenau gingen, stellte man mechanische Uhren oft nach und konnte sich dabei an der Sonne orientieren. Doch irgendwann erreichten mechanische Uhren eine Präzision, bei der Abweichungen zum Sonnenstand weniger auf Ungenauigkeiten der Uhr als auf die über das Jahr variierenden kosmischen Gegebenheiten zurückzuführen waren.

Die Zeitgleichungsgrafik zeigt für jeden Tag des Jahres 2015 die Differenz aus wahrer Sonnenzeit und mittlerer Sonnenzeit in Minuten. Die Daten gibt’s auch als Tabelle – siehe dort für ein Rechenbeispiel und Quellenangaben.

Anstatt der wahren Sonnenzeit wurde die mechanische Uhrzeit als Repräsentant einer über das Jahr gemittelten Sonnenzeit maßgeblich. Sonnenuhren wurden sogenannte Zeitgleichungstabellen beigesellt, mit deren Hilfe man die wahre Sonnenzeit der Sonnenuhren „korrigieren“ kann, um die mittlere Sonnenzeit der mechanischen Uhren auszurechnen. Zwölf Uhr ist seither, wenn die Uhr zwölf schlägt, und nicht mehr, wenn die Sonne im Zenit steht. Doch abgeschlossen war die Zeitfindung damit noch nicht.

Mit der Eisenbahn in Windeseile …

Als die meisten Menschen kaum reisten – und wenn sie es taten: mit Schrittgeschwindigkeit – kam man mit der mittleren Sonnenzeit gut zurecht. Wer am Ort verblieb, achtete nur auf dortige Uhren; wer reiste, brauchte seine Taschenuhr nur selten mit anderen Uhren abzugleichen. Mit der Erfindung der Eisenbahn aber ließen sich ferne Städte plötzlich zügig erreichen. Einstige Tagesreisen konnten in Minuten, einstige Wochenreisen in Stunden gemessen werden.4

Mit dieser Mobilität wurde ein Phänomen der Zeiteinteilung augenfällig und unbequem, dass ich an einer hypothetischen, zweihundert Kilometer langen Bahnstrecke von Perleberg nach Bremen veranschaulichen will, die schnurstracks in Ost-West-Richtung verläuft und mit konstanten einhundert Kilometern pro Stunde befahren wird.5

AbfahrtStreckeDauerAnkunft
Perleberg → Bremen12:00:00 MSZ200 km2 Stunden13:48:01 MSZ
Bremen → Perleberg12:00:00 MSZ200 km2 Stunden14:11:59 MSZ

Abfahrtszeit, Fahrtdauer und Ankunftszeit scheinen nicht zusammenzupassen. Das liegt daran, dass die Uhren in Perleberg und Bremen unterschiedlich gingen – die mittlere Sonnenzeit Perlebergs ist nicht die mittlere Sonnenzeit Bremens. Was auf den ersten Blick verwirren mag, lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass die Sonne im Osten auf- und im Westen untergeht.6

Wenn man die Sonne in Perleberg gerade im Osten am Horizont auftauchen sieht, braucht es noch rund zwölf Minuten, bis die Sonne auch in der weiter westlich gelegenen Hansestadt an der Weser in Sicht gelangt. Dafür lugt sie in Bremen am Abend noch über den Horizont, wenn in Perleberg bereits die Nacht begonnen hat. Dann ist aber auch klar, dass der Sonnenhöchststand in beiden Städten zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfindet und die mittlere Sonnenzeit, die sich daran noch entfernt orientiert, nicht synchron sein kann.

… ins Zeitalter der Zeitzonen

Während die Fahrzeit der hypothetischen 100-km/h-Ost-West-Eisenbahn allein von der zurückgelegten Distanz abhängt, verhält es sich mit der Zeitverschiebung zwischen Start- und Zielort anders. Das zeigt sich, wenn man die Verbindung Perleberg–Bremen mit den Linien RostockMeldorf im Norden und Leipzig–Kassel im Süden vergleicht. Im Norden ist die Zeitverschiebung größer als zwischen gleich weit entfernten Orten im Süden.5

AbfahrtStreckeDauerAnkunft
Rostock → Meldorf12:00:00 MSZ200 km2 Stunden13:47:43 MSZ
Perleberg → Bremen12:00:00 MSZ200 km2 Stunden13:48:01 MSZ
Leipzig → Kassel12:00:00 MSZ200 km2 Stunden13:48:28 MSZ

Die Erde dreht sich mit annähernd konstanter Winkelgeschwindigkeit. Daher ist die Zeitverschiebung zwischen Orten mit gleichem Winkelabstand identisch. Am Äquator verteilen sich 360 Längengrad einer Drehung7 allerdings auf rund 40'000 Kilometer, während der perleberg-bremesche Breitenkreis nur etwa 24'000 Kilometer misst; an den Polen schrumpfen die Kreise jeweils auf einen Punkt zusammen. Deshalb entsprechen zweihundert Kilometer an norddeutschen Küsten auch einem größeren Winkel als dieselbe Distanz im Mittelgebirgsraum.

Die Breitenkreise werden zu den Polen hin kleiner. Die Entfernungen zwischen den Längenkreisen nehmen zu den Polen hin ab.
(Grafiken von Pearson Scott Foresman via Wikimedia Commons)

Man stelle sich vor, welche Schrecken all diese Effekte jenen bereiten, die mit der Aufgabe betraut werden, in mittlerer Sonnenzeit Dienst- und Fahrpläne für das Eisenbahnnetz auszuarbeiten. Auch die Reisenden müssten nach fast jeder Fahrt ihre Uhren neu stellen, um sich vor Ort noch nach ihnen richten zu können und nicht den nächsten Zug zu verpassen.

Stattdessen bestimmte man für große Gebiete – die Zeitzonen – einheitliche Zeiten. Im deutschsprachigen Raum gilt heute die mitteleuropäische Zeit als Normalzeit. Mit der mittleren Sonnenzeit stimmt sie nur auf dem fünfzehnten Grad östlicher Länge überein. Dieser kratzt Deutschland im äußersten Osten Sachsens bei Görlitz. In Österreich liegen Gmünd im Waldviertel und Trofaiach in der Obersteiermark auf demselben Längengrad.

AbfahrtStreckeDauerAnkunft
Perleberg → Bremen12:00:00 MEZ200 km2 Stunden14:00:00 MEZ
Bremen → Perleberg12:00:00 MEZ200 km2 Stunden14:00:00 MEZ

Für Städte abseits von +15° bedeutet die mitteleuropäische Zeit eine weitere Loslösung vom Stand der Sonne. Dafür lässt sich eine Fahrtentabelle in der gemeinsamen Zeit viel leichter durchschauen und Uhren müssen nur gestellt werden, um Gangungenauigkeiten auszugleichen. Die Erfindung der Telegrafie ermöglichte, zu diesem Zweck ein Zeitsignal über große Distanzen zu senden, nach dem alle Uhren synchronisiert werden konnten.

Winter- und Sommerzeit

Ans Trauerspiel namens Sommerzeit möchte ich nicht viele Worte verschwenden. Aufgrund von Hoffnungen, die zu großen Teilen enttäuscht wurden, entschied man sich in vielen Ländern irgendwann, die Zeitzone zweimal jährlich zu wechseln und jedes Mal alle Uhren umzustellen. So entstanden Winter- und Sommerzeit.

Zeitumstellung, Stand Herbst 2014:
rote Länder haben die Winter-/Sommerzeitumstellung nie mitgemacht;
orange Länder haben von der Winter-/Sommerzeitumstellung wieder Abstand genommen;
blaue Länder halten noch am Irrtum der Winter-/Sommerzeitumstellung fest.
(Grafik von Paul Eggert et al. auf Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0)

Mittlerweile haben zahlreiche Nationen und subnationale Strukturen die Winter- und Sommerzeitumstellung als Misserfolg erkannt und abgeschafft. Eine deutliche Mehrheit der Weltbevölkerung stellt ihre Uhren nicht um.

Die deutschsprachigen Nationen halten am Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit fest. In Deutschland ist diese Beharrlichkeit nicht einmal darin begründet, dass man die ständigen Umstellungen für sinnvoll erachten würde. Man fürchtet in der Europäischen Union aber Behinderungen, wenn nicht alle Mitglieder die schlechte Angewohnheit gleichzeitig ablegen, und bis in der EU einmal Einigkeit herrscht …8


Um heutzutage herauszufinden, wann die Sonne am höchsten steht, muss man die dargelegte Geschichte der Änderungen unserer Uhrzeit quasi umkrempeln. Ich habe dafür mehrere Tabellen vorbereitet.

Mittlere Zenitzeiten

Die folgenden Tabellen geben die mittleren Zenitzeiten für ein Reihe von Orten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und den deutschsprachigen Gebieten Italiens und Belgiens wieder.9 Sie helfen sozusagen, zurückzunehmen, was die Einführung der Zeitzonen gebracht hat.

Um 13:25 Uhr steht in Bremen die Sommersonne im Mittel am höchsten.
(Foto von Mathies, Wittenberge, September 2014)

Möchte man den Zeitpunkt des Sonnenzenits für einen bestimmten Tag im Jahr genauer wissen, muss man von der mittleren Zenitzeit aus den folgenden Tabellen noch die Zeitgleichung für den jeweiligen Tag abziehen, um den Sprung von klassischen Sonnen- auf mechanische Uhren rückabzuwickeln.

Die Genauigkeit hat allerdings ihre Grenzen. Kaum zu übersehen ist, dass ich die mittleren Zenitzeiten auf halbe Minuten gerundet habe. Am Beispiel von Berlin sieht man schön, warum das sinnvoll ist: Das Territorium der größten deutschen Stadt nimmt zwischen Flaken- und Jungfernsee ein 540stel des Breitenkreises ein. Damit variiert die mittlere Zenitzeit über dem Stadtgebiet um ganze 2 Minuten und 40 Sekunden!

Deutschland

Die Tabelle gibt an, zu welcher Uhrzeit die Sonne über das Jahr gemittelt in deutschen Städten und an anderen Orten ihren Tageshöchststand erreicht.

LängeWinterhalbjahrSommerhalbjahr
Görlitz+15,00°12:00:00 MEZ13:00:00 MESZ
Cottbus+14,33°12:02:30 MEZ13:02:30 MESZ
Dresden+13,74°12:05:00 MEZ13:05:00 MESZ
Berlin, Großer Müggelberg+13,64°12:05:30 MEZ13:05:30 MESZ
Berlin, Brandenburger Tor+13,38°12:06:30 MEZ13:06:30 MESZ
Berlin, Glienicker Brücke+13,09°12:07:30 MEZ13:07:30 MESZ
Potsdam, Golm+12,97°12:08:00 MEZ13:08:00 MESZ
Leipzig+12,38°12:10:30 MEZ13:10:30 MESZ
Rostock+12,14°12:11:30 MEZ13:11:30 MESZ
Perleberg+11,86°12:12:30 MEZ13:12:30 MESZ
München+11,57°12:13:30 MEZ13:13:30 MESZ
Nürnberg+11,08°12:15:30 MEZ13:15:30 MESZ
Wernigerode, Brocken+10,62°12:17:30 MEZ13:17:30 MESZ
Eisenach+10,32°12:18:30 MEZ13:18:30 MESZ
Hamburg+10,00°12:20:00 MEZ13:20:00 MESZ
Hannover+9,74°12:21:00 MEZ13:21:00 MESZ
Flensburg+9,43°12:22:30 MEZ13:22:30 MESZ
Stuttgart+9,18°12:23:30 MEZ13:23:30 MESZ
Bremen+8,81°12:25:00 MEZ13:25:00 MESZ
Frankfurt am Main+8,68°12:25:30 MEZ13:25:30 MESZ
Karlsruhe+8,40°12:26:30 MEZ13:26:30 MESZ
Helgoland+7,89°12:28:30 MEZ13:28:30 MESZ
Koblenz+7,59°12:29:30 MEZ13:29:30 MESZ
Bochum+7,22°12:31:00 MEZ13:31:00 MESZ
Köln+6,96°12:32:00 MEZ13:32:00 MESZ
Saarlouis+6,75°12:33:00 MEZ13:33:00 MESZ
Aachen+6,08°12:35:30 MEZ13:35:30 MESZ

Österreich

Die kommende Tabelle listet auf, zu welcher Uhrzeit die Sonne über das Jahr gemittelt in österreichischen Städten und Gemeinden am höchsten steht.

LängeWinterhalbjahrSommerhalbjahr
Neusiedl am See+16,85°11:52:30 MEZ12:52:30 MESZ
Wien+16,37°11:54:30 MEZ12:54:30 MESZ
Graz+15,44°11:58:00 MEZ12:58:00 MESZ
Gmünd+14,99°12:00:00 MEZ13:00:00 MESZ
Linz+14,29°12:03:00 MEZ13:03:00 MESZ
Villach+13,85°12:04:30 MEZ13:04:30 MESZ
Salzburg+13,05°12:08:00 MEZ13:08:00 MESZ
Kitzbühel+12,39°12:10:30 MEZ13:10:30 MESZ
Innsbruck+11,40°12:14:30 MEZ13:14:30 MESZ
Jungholz+10,45°12:18:00 MEZ13:18:00 MESZ
Bregenz+9,74°12:21:00 MEZ13:21:00 MESZ

Schweiz

In der Schweiz steht die Sonne im Mittel zu den folgenden Uhrzeiten am höchsten im Tagesverlauf.

LängeWinterhalbjahrSommerhalbjahr
Scuol+10,30°12:19:00 MEZ13:19:00 MESZ
St. Moritz+9,84°12:20:30 MEZ13:20:30 MESZ
St. Gallen+9,38°12:22:30 MEZ13:22:30 MESZ
Lugano+8,95°12:24:00 MEZ13:24:00 MESZ
Winterthur+8,73°12:25:00 MEZ13:25:00 MESZ
Zürich+8,54°12:26:00 MEZ13:26:00 MESZ
Luzern+8,31°12:27:00 MEZ13:27:00 MESZ
Basel+7,59°12:29:30 MEZ13:29:30 MESZ
Bern+7,45°12:30:00 MEZ13:30:00 MESZ
Lausanne+6,63°12:33:30 MEZ13:33:30 MESZ
Genf+6,15°12:35:30 MEZ13:35:30 MESZ

Südtirol, Liechtenstein, Luxemburg und Ostbelgien

Es folgen die über das Jahr gemittelten täglichen Zenitzeiten des Sonnenstandes für weitere Städte.

LängeWinterhalbjahrSommerhalbjahr
Bruneck+11,94°12:12:00 MEZ13:12:00 MESZ
Meran+11,16°12:15:30 MEZ13:15:30 MESZ
Glurns+10,56°12:18:00 MEZ13:18:00 MESZ
Vaduz+9,52°12:22:00 MEZ13:22:00 MESZ
Luxemburg+6,13°12:35:30 MEZ13:35:30 MESZ
Eupen+6,03°12:36:00 MEZ13:36:00 MESZ

Eine konsequentere Zeit

Die mittleren Zenitzeiten im deutschsprachigen Raum lassen sich leicht durchschauen: Je weiter man nach Westen gelangt, umso später die Uhrzeit, zu der die Sonne am höchsten steht. Im europäischen Zusammenhang versagt diese Faustformel, weil man irgendwann auf der Wanderung gen Westen die Zeitzone wechselt. Doch auch auf Nord-Süd-Reisen kann man Zonengrenzen schneiden, weil sich die Zeitzonen nur grob nach dem Sonnenstand richten.

Oft folgen die Zeitzonen Ländergrenzen. In verschiedenen Orten auf demselben Längengrad, in denen die Sonne tatsächlich gleichzeitig am höchsten steht, zeigen Uhren daher teils unterschiedliche Zeiten an. Die folgende Tabelle enthält die gebräuchlichen mittleren Uhrzeiten des Sonnenzenits für Paare solcher Orte mit eigentlich fast gleichzeitigem Zenitstand.

LängeWinterhalbjahrSommerhalbjahr
Kirkenes+30,05°11:00:00 MEZ1012:00:00 MESZ
İzmit+29,94°12:00:00 OEZ13:00:00 OESZ
Kaliningrad+20,51°13:38:00 UTC+313:38:00 UTC+311
Belgrad+20,46°11:38:00 MEZ12:38:00 MESZ
Görlitz+15,00°12:00:00 MEZ13:00:00 MESZ
Ätna+15,00°12:00:00 MEZ13:00:00 MESZ
London, Greenwich Park+0,00°12:00:00 WEZ13:00:00 WESZ
Lourdes−0,04°13:00:00 MEZ14:00:00 MESZ
Santiago de Compostela−8,54°13:34:00 MEZ14:34:00 MESZ
Porto−8,61°12:34:30 WEZ13:34:30 WESZ

Heute überqueren Menschen in Flugzeugen in wenigen Stunden Weltmeere. In Europa haben sich Nationalstaaten zu einer Union mit kontinentalem Ausmaß zusammengeschlossen. Industrieunternehmen, Handelsgesellschaften und Medien agieren global. Rund um die Uhr werden Unmengen von Informationen ohne nennenswerten Zeitverzug um den gesamten Erdball geschickt.

Die Einführung der Zeitzonen war eine passende Antwort auf den Siegeszug der Eisenbahn in einer Ära der Nationalstaaten. Heute sind diese Zeitzonen nicht mehr zeitgemäß. Ein Gedanke ähnlich jenem, der sie damals rechtfertigte, müsste heute zu dem Schluss führen, auf der ganzen Welt eine einheitliche Uhrzeit zu nutzen.

Eine Uhr täte es auch.
(Foto von thaigov auf Flickr, November 2009, CC-BY-SA 2.0, bearbeitet)

Das soll nicht heißen, dass auf der Erde alle Menschen gleichzeitig aus dem Bett hüpfen sollen, Brasilianer etwa bei Sonnenaufgang und Japaner bei Sonnenuntergang. Nein, der Rhythmus des Lebens kann sich an der Sonne orientieren. Aber die sowieso vom Sonnenstand entkoppelten Uhren sollten zum gleichen Zeitpunkt weltweit die gleichen Zahlen anzeigen, um das Koordinieren von Daten-, Waren- und Personenverkehr zu erleichtern.

Vor Jahrzehnten wurde die koordinierte Weltzeit (UTC) eingeführt. In vielen Bereichen wie der Luftfahrt wird sie genutzt. Dass wir diese einfache Lösung bislang nicht in den Alltag übernommen haben und uns stattdessen mit anachronistischen Zeitzonen, einer Datumsgrenze und erwiesener Maßen unvorteilhaften Sommer- und Winterzeitumstellungen herumschlagen, ist erstaunlich. Dem Anschein nach teilen wir als Gesellschaft nicht den pragmatischen Zugang unserer Vorfahren zur Zeiteinteilung.


  1. Es ist kein Zufall, dass sich an den Wendekreisen große Wüsten finden. Auch die Wüsten Arabiens, die Atacama in Südamerika, die Namib in Afrika und das Australische Outback liegen an den Wendekreisen.
  2. Tatsächlich ist weder die Erde noch die Sonne fest verankerter Mittelpunkt der Rotation der einen um die andere. Durch die Schwerkraft gebundene Körper bewegen sich im All um gemeinsame Schwerpunkte. Im Fall von Erde und Sonne liegt der gemeinsame Schwerpunkt allerdings unter der Sonnenoberfläche, sodass die Formulierung, die Erde bewege sich um die Sonne, berechtigt ist. Nichtsdestotrotz: Ein Bewohner einer Welt jenseits unseres Sonnensystems würde aus der Ferne auch ein „Wackeln“ der Sonne beobachten, das mit der Bewegung der Erde korrespondiert. Es fällt uns sogar leichter, Planeten in fernen Sternensystemen indirekt anhand des geringen Taumelns der Sterne um den gemeinsamen Schwerpunkt zu identifizieren, als die Planeten direkt auf ihren ausschweifenden Bahnen zu beobachten.
  3. Auch wenn Heimweh nicht wirklich Triebfeder für die Weiterentwicklung von Uhren war, bestand tatsächlich ein großer Bedarf, die Heimatuhrzeit in der Fremde zu kennen. John Harrison entwickelte störungsunempfindliche, genaue Uhren zu diesem Zweck und ermöglichte so, die geografische Länge auf wankenden Schiffen zu bestimmen. Dies war ein mächtiger Fortschritt in der Navigation und rettete ungezählten Seeleuten das Leben.
  4. Ich denke, dass es heute schwierig ist, ein Gefühl für die Eisenbahnrevolution zu gewinnen. Als die ersten Dampflokomotiven aufkamen, gab es keine Busse, keine Autos, keine Hubschrauber und keine Flugzeuge, ja nicht einmal Fahrräder. Über kurze Distanzen war das schnellste Reisemittel zu Land ein Pferd – von Botendiensten mit ständigen Pferdewechseln abgesehen war über lange Distanzen der Fußmarsch das Maß der Dinge. Vielleicht ist das „Zusammenschrumpfen“ und die Beschleunigung von Aktivitäten in der Welt durch die Eisenbahn am ehesten mit den Veränderungen zu vergleichen, die man dem Internet einmal zusprechen wird.
  5. Für diese Berechnung wurde außerdem vereinfachend angenommen, die Erde sei eine Kugel mit einem Umfang von 40'000 Kilometern.
  6. Ob diese Aussage zutrifft, hängt tatsächlich von der Bewegung des Beobachters ab. Wenn man auf dem Breitenkreis von Perleberg und Bremen mittags mit einem Flugzeug starten und mit etwa tausend Kilometern pro Stunde gen Westen fliegen würde, sähe man die Sonne nie unter- oder aufgehen. Flöge man noch schneller, sähe man die Sonne im Westen auf- und im Osten untergehen. Doch das sind Szenarien, die im 19. Jahrhundert, als die Eisenbahn ihren Siegeszug antrat, jenseits menschlicher Möglichkeiten lagen.
  7. Während im Laufe eines Tages die Sonne rund um die Erde (360°) überall einmal ihren Höchststand einnimmt, dreht sich die Erde auf den Fixsternhimmel bezogen tatsächlich ein Stück weiter. Nach einem Tag schaut nämlich immer wieder die gleiche Seite der Erde zur Sonne. Dabei umrundet die Erde im Lauf eines Jahres auch einmal die Sonne, was sich zu einer zusätzlichen Drehung der Erde um die eigene Achse aufsummiert. Die tägliche Drehung der Erde von etwa 360° × (1 + 1/365) bezogen auf den Fixsternhimmel ist auch der Grund, warum sich im Lauf des Jahres die Sternbilder zur gleichen Uhrzeit an unterschiedlichen Stellen am Himmel finden und man manche Sterne wie Sirius nur während eines Teils des Jahres beobachten kann. Wegen einer Berechnung der Tagesdrehung mit 360°, wo knapp 361° gegenüber dem Sternenhimmel richtig gewesen wären, verfehlte die bemannte Kapsel der NASA-Mission Gemini 5 bei ihrer Rückkehr zur Erde das geplante Ziel um mehr als hundert Kilometer.
  8. Was nach einer übertrieben polemischer Einzelmeinung des Autors klingen mag, findet man regelmäßig von staatlichen Organen bestätigt in der Presse wieder. Siehe zum Beispiel: Thorsten Jungholt: Zeitumstellung? Ähm… weil es andere so machen. Die Welt, 29. März 2009, abgerufen am 31. Oktober 2014.
  9. Für nicht aufgeführte Orte lässt sich die Zenitzeit im Winter wie folgt überschlagen: In der mitteleuropäischen Zeitzone steht die Sonne im Mittel für jedes Grad westlich des +15°-Meridians vier Minuten nach, für jedes Grad östlich des +15°-Meridians vier Minuten vor zwölf Uhr im Zenit.
    Beispiel 1: Oberwiesenthal im Erzgebirge liegt bei 12,97° östlicher Länge, also gut 2° westlich des +15°-Meridians, was 2 × 4 = 8 Minuten nach zwölf Uhr für die mittlere Zenitzeit bedeutet: 12:08 Uhr.
    Beispiel 2: Eisenstadt im Burgenland liegt bei 16,52° östlicher Länge, also etwa 1,5° östlich des +15°-Meridians. So steht die Sonne im Mittel 1,5 × 4 = 6 Minuten vor zwölf im Zenit: 11:54 Uhr.
    Zur Sommerzeit verschieben sich die Höchststände um eine Stunde nach hinten. Die mittlere Zenitzeit ist für Oberwiesenthal dann 13:08 Uhr, für Eisenstadt 12:54 Uhr.
  10. Während der in Kirkenes etwa eineinhalb Monate andauernden Polarnacht bleibt die Sonne im Winter unter dem Horizont.
  11. Russland hat den Spuk der Sommerzeitumstellung abgeschafft. Die Zeitzonen des Landes sind allerdings so ausgerichtet, dass die Sonne im Mittel etwa um 13 Uhr im Zenit steht.

Kommentare

  1. Et deucht mir mal wieder als ne Affenschande, dass ßu de komplißiert-komplexen Thematas, die Herr Martin so jrosartich uff de Rolle leecht, so schwache Null-Kommentare einjehn - wo dis doch so ville Abeet machen tut, die jeehrt werden will. Keen Kommentar is ooch een Kommentar – wie der Dichter sprücht. Nu hab ick lange jenucht und vajeblich uff de Vorredner jewartet und will meene Meinung hier vom Stapel lassen:
    Ich finde dis alles vollinhaltlich jut, wat Herr Martin für uns, seine Leserschar, zum Besten uffbereit'. Ick finde dis mit die einheitliche ßeit uff de Erde, ohne jedwedes andauernde Umstellen prima oda eijentlich janz normal. Da würd ick sofort mitjehn! Wenn man dis jetziche Kuddelmuddel bedenkt ...
    - wenn man mal schnell von Lisbone nach Wladiwostock will, also (von oben jesehn) links rum mitm Boot oda rechtsrum mitte Bahn – nee, nee, dat jeht ebend janich schnell – wie oft müssen wir da anne ßeitjrenze anhalten, warten, warten, nochmal warten bis die Uhr wieda stimmt und wir weita dürfen. Unmöglich!!
    - Oder nehm wa einfach mal de Brüste vonne Kühe, die armen Schweine. Die stehen da und schwappen von zu ville Milch und ham Druckschmerzen und brüllen und wern plötzlich erst ne Stunde später entleert, weil die Damen und Herren vonne EU und so, es so wolln. Ne so wat – wech endlich damit!!
    - Wieville Uhrn sind schon ville ßu früh kaputtjejangn von dis ville vastelln. Was dis uns kost'. Jesamtjesellschaftlich!!

    Eens bloß macht mir Sorjen: ßu Silvester ßum Beispiel, da hat sich die jute alte Mutta Erde mit de schiefe Achse so einjericht', det se det allens vertreecht, so mit de abjestimmte Böllerei, die ja wejen de Zeiteinteilung so hübsch jeordnet wie ne Art La-Paola-Welle rund umme Erde looft. Wenn jetze oder künftijens bei ne uniforme Erdzeit aber die Böllers alle uff een mal, alle ßu de jleiche Zeit krachens – ob dis jut jeht?

    Vielleicht sollte man vorsichtshalber einfach ville wenjer Krachen und dis Jeld for de Ärmeren spenden

    meint jrüßend Tümpe

  2. Das mit der Silvesterböllerei ist eine spannende Frage, Tümpe! … und die Antwort im Übrigen ein Argument mehr für eine einheitliche Zeit. Denn mit den Zeitzonen ist es doch so, dass überall auf der Erde in tiefster Nacht Raketen in die Luft geschossen werden. Tiefste Nacht heißt, dass die Leute und ihre Raketen weg von der Sonne schauen. Wenn die Raketen und Böllerexplosionen aber von der Sonne weggerichtet sind, bedeutet das, dass die Erde durch die Explosionen bzw. das ausgestoßene Gas zur Sonne hingedrückt wird, nicht wahr? Das Silvesterfeuerwerk schubst uns also Stück für Stück in die Gluthölle des nahesten Sterns! Würde man hingegen überall auf der Welt gleichzeitig böllern, dann würden die einen Schubser zur Sonne, die anderen von ihr weggerichtet sein und die Erde insgesamt stabil auf ihrer Umlaufbahn bleiben. Was von beidem ist erstrebenswerter? Die Sache hat einen Haken: Raketen sind am Nachthimmel hübscher anzuschauen als am helllichten Tag.

    Zu Deinen einleitenden Worten: Nicht viele Leser haben meine Seite abonniert – die meisten Besucher kommen irgendwann zufällig über Suchmaschinen hierher. Nach einem Monat haben es also noch gar nicht viele gelesen. Wenn keine Kommentare kommen, kann das außerdem an manchem liegen: 1. Der Artikel beantwortet schon alle Frage, sodass keine aufkommen; 2. er ist so langweilig, so schwierig oder einfach nur so lang, dass niemand bis zum Ende kommt; 3. niemand fühlt sich zum Kommentieren eingeladen – ich würde übrigens gern mehr zu Kommentaren anregen, kann mich dabei aber nicht zwischen „Du“ und „Sie“ in der Anrede entscheiden ;-) … Keine Affenschande also, sondern bestenfalls ein Schubs für mich, mir zu überlegen, was ich besser machen kann,

    meint Martin

  3. Hallo , ich bin stark positiv beindruckt von der Seite, da sie doch ein komplexes Thema anschaulich und verständlich vermittelt. Ich werde sie jedenfalls weiterempfehlen falls ich zu diesem Thema befragt werden sollte .

  4. Schönen Dank fürs Kompliment, @3.

    Martin

  5. Und heute habe auch ich diese Seite aus gegebenem Anlass (der Sommerzeit-Unsinn naht schon wieder) aufgesucht und mit großem Genuss gelesen!
    Den Berliner Kommentar von Tümpe finde dich übrigens auch sehr köstlich (diese Milchkühe sind schon arme Schweine ;o)
    Vielen Dank also an Martin und Tümpe!
    Thomas

  6. Das freut mich, Thomas, danke!

    Martin

  7. Vielen dank, tolle Arbeit! Es ist alles beantwortet... gesucht waren etwa 361° und gelernt wurde bedeutent mehr.

    Michael

  8. Prima Abhandlung !
    Wenn ich nun in Erfurt die Sonnenuhr genau auf Süden einrichte, dann zeigt die Uhr bereits 12:16, wenn die Sonne im Zenit steht (11° östl.Länge) - oder sollte ich die Sonnenuhr vergewaltigen und sie auf 12:00 Uhr MEZ drehen ?
    Viel Spaß beim Streiten
    Jochen Wilhelm

  9. Bin ganz dabei, wenn es um den Unsinn des jährlich zweimaligen Hin- und Herstellens der Uhren geht. Aber bei der weltweit einheitlichen Uhrzeit gebe ich zu bedenken, dass dann in vielen Gegenden der Datumswechsel mitten am Tag stattfindet (beispielsweise: vormittags ist der 26. September, nachmittags der 27. September). Man hat sich seinerzeit sicher etwas dabei gedacht, als man den Beginn eines neuen Tages auf eine Uhrzeit legte, zu der die meisten Menschen schlafen. Und darum hat man die einzelnen Zeitzonen auch nicht zu groß werden lassen.

    Bertram, Graw von und zu Montegey

  10. Finde die Seite, welche ich durch Zufall gefunden habe super gemacht. Hier ist es für jeden einfach aber verständlich erklärt. Jetzt ist mir auch völlig klar, warum ein Flug nach USA unterschiedliche Flugzeiten für Hin- und Rückflug beinhaltet. Dachte immer es kommt hauptsächlich durch die Luftströmung, dass die Flieger mit Rückenwind schneller wären!!

    LG
    R. Walther

  11. Vielen Dank für die Kommentare!

    Das mit dem Datumswechsel zu nachtschlafender Zeit ist nicht so selbstverständlich, wie man heute aus Gewohnheit vielleicht meinen könnte. Tatsächlich setzen verschiedene Kalendersysteme den Tageswechsel auf den Sonnenauf- oder -untergang. So ist im jüdischen Kalender der Sabbat der siebte Tag der Woche. Gefeiert wird er aber auch heutzutage – nach dem gregorianischen Kalender – bereits ab Freitag Abend, weil der Tageswechsel nach jüdischer Vorstellung mit Sonnenuntergang stattfindet. Auch im islamischen Kalender findet der Tageswechsel mit dem Sonnenuntergang statt. Im christlichen Kulturkreis weist der Umstand, dass das Weihnachtsfest bereits mit dem Heiligen Abend beginnt, auf diese Vorstellung hin.

    Ich finde, ein Datumswechsel zu einer anderen Uhrzeit als Mitten in der Nacht ist machbar, aber der Einwand ist auf jeden Fall interessant und berechtigt.

    Für die Unterschiede bei der tatsächlichen Flugdauer über den Nordatlantik – je nach Richtung – ist tatsächlich die Luftströmung von entscheidender Bedeutung. Flugrouten nach Osten werden so gelegt, dass sie die Strahlströme (Jetstreams) als Rückenwind nutzen können. Flugrouten in Westrichtung meiden die stärksten Gegenwinde.

    Martin