Prignitzwanderungen 2012

Via Karstädt in die Kreisstadt

Von Lenzen führte die zehnte Etappe der Prignitz-Rundwanderung 2012 durch Karstädt bis nach Perleberg, Kreisstadt des Landkreises Prignitz. Am 26. Oktober legten Migo und ich diese 42,7 Kilometer lange Strecke zurück – unsere erste Marathondistanz. Zwischen Boberow und Gosedahl sowie zwischen Stavenow und Karstädt rasteten wir am Wegesrand.

Lenzen und Rudower See

Nebel steigt von der Löcknitz auf • Fachwerkhäuser in der Neustadtstraße • Berliner Vorstadt in Lenzen • im Vordergund eine Gartenkolonie bei Lenzen, im Hintergrund Höhbeck • Wald am Marienberg • Rudower See • Herbstlaub • Weg am südlichen Seehang • Rudower See, Blick von Leuengarten nach Westen • Ufer bei Leuengarten

Der Sender Höhbeck mit dem Funkmast Gartow 2 im vierten Bild steht von meinem Standort beim Fotografieren fünf Kilometer in südwestlicher Richtung entfernt – nicht in Brandenburg, sondern jenseits der Elbe im Landkreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Er wurde Ende der 1970er Jahre zur Zeit der deutschen Teilung gebaut, um eine direkte Richtfunkverbindung nach West-Berlin zu ermöglichen. Der Betriebsraum in 325 Metern Höhe hält den Rekord des über dem Erdboden höchstgelegenen geschlossenen Raumes in der Europäischen Union.

Der langgestreckte Rudower See ist mit rund 1,7 Quadratkilometern Oberfläche der größte See im sonst seenarmen Landkreis Prignitz. Es bereitete Migo sichtlich Freude, den Weg am Seehang entlangzujagen, um wiederholt Abstecher ans und ins Wasser zu unternehmen. Dabei hatte ich die leichte Sorge, er könnte sich angesichts des noch vor uns wartenden Weges zu sehr verausgaben.

Leuengarten, Rambower Moor, Boberow

Campingplatz Leuengarten • Aussicht von einer … • Aussichtsplattform, die Migo mutig vor mir erklomm • westwärts ziehende Kraniche (Grus grus) • Parasol • Nausdorf zwischen Rudower See und Rambower Moor • Wiesen bei Nausdorf, Blick gen Rambow • Rambower Moor • verlassenes Haus in Boberow • Boberower Kirche

Das Rambower Moor mit dem kleinen Rambower See liegt gemeinsam mit dem Rudower See in einer langen, rinnenartigen Senke. Sie entstand durch Einsturz des nordöstlichen Teils des Gorleben-Rambower Salzstocks – dazu demnächst mehr in einem anderen Beitrag. Das Rambower Torfmoor ist heute Naturschutzgebiet und Teil des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe.

Gosedahl und Stavenower Wald

Bäumchen im Herbst, an den Zweigenden entlaubt, dann gelblättrig, im Herzen der Krone noch grün • Gosedahl mit Schäferhund • Landschaft bei Mankmuß • Bach am … • Ringwall nördlich von Mankmuß, bzw. ein Teil davon • Migo im … • Stavenower Wald • Geschwulst an einer Birke • Farne im Herbst • diesem umgelegten Baum sieht man sein Alter an

Der Stavenower Wald sticht in der Prignitz als abwechslungsreicher Mischwald hervor, während auf den oft kargen Böden ansonsten Kiefernforste vorherrschen. Am Rand des Waldes nördlich von Mankmuß findet sich ein Ringwall vermutlich slawischer Herkunft. Im Raum um Lenzen gibt es zahlreiche Fundstellen aus dem späten ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung.

Stavenow bis Karstädt

Knotenpunkt 11 der Radwanderregion Prignitz • Löcknitz bei Stavenow • Burg Stavenow • Kirchenruine Stavenow • Weg nach Karstädt • bearbeiteter Stein, vermutlich ein ehemaliger Lagefestpunkt • Getreidespeicher in Karstädt • die von der Berlin-Hamburger Bahn unterbrochene Straße des Friedens • altes Lagergebäude • DDR-Plattenbau in Karstädt

Wenn man durch das Tor zur Burg Stavenow blickt, drängt sich sofort die Frage auf, warum auf dieser Sichtachse ein flaches „Nebengebäude“ und nicht das repräsentative Haus steht. Es ist ein etwas merkwürdiger Anblick, der sich dadurch erklärt, dass von der ehemaligen Burg nur noch ein kleiner Teil steht. Der Anblick war einst ein mächtigerer. Auch die Stavenower Kirche ist heute nicht mehr, was sie einmal war, sondern eine Ruine. Dass ein weiterer Verfall gestoppt wurde, ist allerdings unter anderem am neuen Turmdach zu erkennen.

In Karstädt erinnern nicht nur die Plattenbauten an die Zeit der Deutschen Demokratischen Republik. Auch Straßennahmen wie Straße der Freundschaft, Straße des Friedens oder Straße der Arbeit scheinen aus der sozialistischen Periode der ostdeutschen Geschichte zu kommen.

Karstädt, Semlin, Glövzin, Premslin

Feuerwehr-Gebäude in Karstädt • Karstädter Kirche auf dem Dorfanger • Semlin im Gegenlicht • Haus in Semlin • Kamillenblüte • Haus in Glövzin • Glövziner Kirche • Blick nach Premslin • Apsis der Premsliner Kirche • Haus in Premslin auf der einstigen Strecke der Westprignitzer Kreisringbahn

Die gotisch angehauchten Kirchen in Karstädt und Glövzin mit ihren Uhren im hohen Schieferdach und den hell unterbrochenen Backsteinfassaden ähneln sich auffällig. Die Karstädter Kirche von 1895 ersetzte ihren Vorgängerbau, um genug Platz für die angewachsene Gemeinde zu bieten. Die Glövziner Kirche wurde 1896 als Ersatz für den durch Feuer zerstörten Vorgängerbau errichtet.

Typisch für Glövzin scheinen mir die vielen großen Tore in den Häusern zu sein, durch die man auf die Höfe gelangt, denn die Häuserzeilen entlang der Straße sind fast geschlossen. Die Bundesstraße 5, die mitten durch den Ort führt, bringt leider eine Menge Lärm ins Dorf. Womöglich hilft die Art der Bebauung jedoch, die Hofseite von den Straßengeräuschen abzuschirmen?

Gutshaus in Neu Premslin

Während Karstädt, Semlin, Glövzin und Premslin allesamt bereits aus dem Mittelalter urkundlich belegt sind, ist Neu Premslin eine junge Ortschaft, als Vorwerk Stavenows erst im 19. Jahrhundert gegründet.

Quitzow und Perleberg

Straße Neu Premslin–Quitzow • Windpark Quitzow, rechts hinter dem nahesten Windrad ist ganz klein die Spitze der Sükower Kirche zu sehen • Blick in Richtung Schönfeld • Quitzower Kirche • Haus in Quitzow • Raststätte Quitzow an der Bundesstraße 5 • Hamburger Straße • ehemaliger Bahnhof Perleberg Nord • in der Perleberger Bibliothek ist noch Licht • Alter Markt mit Rathaus und St. Jacobi in Perleberg

In der Kreisstadt Perleberg schloss sich der Kreis unserer Rundwanderung durch die Prignitz des Jahres 2012, denn hier waren wir im Januar zur ersten Etappe nach Pritzwalk aufgebrochen. Wie damals im Winter war nun auch im Herbst am Ende unseres Weges die Sonne unter dem Horizont versunken, was das Fotografieren am Zielort erschwerte. Mehr Ansichten von Perleberg finden sich auf den Seiten „Über den Dächern von Perleberg“ und „Schulen in Perleberg“.