November 2013

Uni Potsdam in Golm, in diesem Monat Schauplatz eines Fotoprojekts

Artikel

Mit den Füßen zoomen?
Kann man die im Vergleich mit einem Zoomobjektiv geringere Flexibilität einer Festbrennweite durch Laufen ausgleichen? Nur in Ausnahmefällen, denn ändert man den Standpunkt, ändert man die Perspektive. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich auch Konsequenzen fürs Ausschöpfen des Potenzials von Zoomobjektiven … Mit Beispielfotos.
Smartfonäpp
Nicht nur Schulanfängern, sondern auch Fremdsprachlern erleichtert eine konsequente Schreibweise, Deutsch zu lernen. Bei neuen Worten gilt das ebenso für ältere Muttersprachler. Ich plädiere dafür, Lehnwörter an Aussprache und Grammatik des Deutschen anzupassen.
Rechtecke im Kreis
Fotografische Objektive erzeugen ein rundes Bild; die Bildsensoren hinter ihnen sind rechteckig. Wie kann man die Fläche eines Bildsensors anhand des Durchmessers des Bildkreises berechnen und wie unterscheiden sich die Flächen von Bildsensoren mit verschiedenen Seitenverhältnissen?
Im Olympischen Dorf von 1936
Am 8. Juni waren ein Freund, Migo und ich im Olympischen Dorf der Sommerspiele von 1936. Es liegt westlich von Berlin, im Wustermarker Ortsteil Elstal. Wie es dort heute aussieht, zeigen Fotos, die ich von unserem Besuch mitgebracht habe.
Universität Potsdam und Bahnhof Golm des Nachts
Wie schlägt sich die einfachste Digitalkamera von Praktica bei Nachtaufnahmen auf dem Golmer Campus der Universität Potsdam und in der Bahnhofsumgebung? Ich habe es getestet und einige Worte zur Geschichte des Ortes ergänzt.

Deutsche Staatsoberhäupter vor Gericht

Im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Christian Wulff hörte man in den zurückliegenden Tagen, erstmals stehe ein ehemaliges deutsches Staatsoberhaupt vor Gericht. Das ist nicht richtig.

Die ehemaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR Willi Stoph, Erich Honecker und Egon Krenz standen nach dem Beitritt zur Bundesrepublik wegen des Todes von Republikflüchtlingen an der innerdeutschen Grenze vor Gericht. Auch gegen Manfred Gerlach, dem letzten Staatsratsvorsitzenden, gab es wegen anderer Vorwürfe ein Verfahren.

Geht man weiter in der Geschichte zurück, so stand Karl Dönitz nach dem Zweiten Weltkrieg als letztes Staatsoberhaupt des „dritten“ Deutschen Reiches beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor Gericht. Noch früher, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, hatte sich Kaiser Wilhelm II. einem im Vertrag von Versailles vorgesehenen Prozess gegen ihn durch Flucht in die neutralen Niederlande entzogen.

Bärenweisheit

Die wichtigste Mahlzeit des Tages ist die nächste Mahlzeit.

Entspricht 3:2 dem Goldenen Schnitt?

Vor einiger Zeit las ich, das beste Format für Fotos sei 3:2, unter anderem weil dies das „göttliche Verhältnis“ (lateinisch sectio divina oder proportio divina) und damit ästhetisch am angenehmsten wäre. Das ist falsch, wenn auch ein Fünkchen Wahrheit daran leckt: Das Format 3:2 kommt unter den in der digitalen Fotografie vermutlich populärsten Seitenverhältnissen 1:1, 4:3, 3:2 und 16:9 dem Goldenen Schnitt (lat. sectio aurea) – eine etwas bodenständigere Bezeichnung fürs „göttliche Verhältnis“ – am nächsten.

Die beste im Alltag oder im Umgang mit digitalen Bildern anzutreffende Annäherung ist es allerdings nicht: Viele Klapprechner wie bisher die meisten der Apple-MacBook-Familie liegen mit ihrem Bildschirmformat von 8:5 beispielsweise deutlich näher am oft zitierten Ideal des Goldenen Schnitts. Hier einige Seitenverhältnisse im Vergleich:

DezimalbruchAnmerkung
1 : 11Quadrat
4 : 31,3333333333…wichtiges Format beim analogen Fernsehen
√2 : 11,4142135623…Standard-Papierformat in Deutschland, z. B. DIN A4
3 : 21,5klassisches Kleinbildformat der analogen Fotografie
8 : 51,6zwischenzeitlich häufiges Format bei Bildschirmen tragbarer Rechner
1 + √5 : 21,6180339887…Goldener Schnitt
16 : 91,7777777777…wichtiges Format beim digitalen Fernsehen

Fürs Verständnis der Seitenverhältnisse ist wichtig, dass bei einer Angabe wie 4:3 weder die Zahl vier noch die Zahl drei allein irgendetwas bedeuten, sondern der Quotient beider Zahlen entscheidend ist. 8:6 ist also dasselbe wie 4:3, denn acht geteilt durch sechs ist gleich vier geteilt durch drei. In der Tabelle stehen daher auch die zugehörigen Dezimalbrüche, anhand derer sich die Formate leichter vergleichen lassen.

Objekt der Begierde: Olympisches Dorf

Im Wappen der Gemeinde Wustermark prangen heute die Olympischen Ringe, weil 1996 das Olympische Dorf der Sommerspiele von 1936 der Gemeinde Elstal zugeschlagen und Elstal wiederum 2002 nach Wustermark eingemeindet wurde.

Die Gemeinde Dallgow-Döberitz, die bis 1993 noch Dallgow hieß – auch wenn bis 1952 der dortige Bahnhof schon einmal den Namen Dallgow-Döberitz trug – hätte das Olympische Dorf ebenfalls gern bekommen. Das errichtete man in den 1930er Jahren nämlich auf militärischem Gebiet, welches bis in die 1890er Jahre einmal zu Döberitz gehörte – einem Dorf, das damals einem Truppenübungsplatz geopfert wurde und wo sich heute ungestört Przewalski-Pferd und Wisent „Gute Nacht“ sagen.

Nach dem Ende der DDR versuchten Elstal und Dallgow sich zunächst einvernehmlich über die Grenzziehung im Bereich des Militärgeländes zu einigen, steuerten dann aber auf gerichtliche Auseinandersetzungen zu. 1996 klärte der Gesetzgeber die Frage: Dallgow-Döberitz bekam den größten Teil der Gemarkung mit der munitionsverseuchte Wüstung Döberitz, Elstal aber das Olympische Dorf.[1]

Gemein? Nun ja, nach einem Blick auf die Landkarte erschließt sich die Entscheidung als durchaus vernünftig, auch wenn es manchen Dallgower wehmütig stimmen mag. Ob der Umstand, dass auch das Schaugehege der Naturlandschaft Döberitzer Heide mit ihren großen Wildtieren in Elstal liegt, obwohl der weitaus größte Teil des Reservates zu Dallgow-Döberitz gehört, ein Stachel im Fleisch der Dallgower ist, vermag ich nicht zu sagen.

Novemberfotos

Herbstlaub mit Insekt und Wassertropfe am Ehrenpfortenberg, Golm, 3. November Kunstlicht im Uni-Gewächshaus, Golm, 3. November Sonnenstrahlenbüschel über einer Wolke, Perleberg Rote Rose im Goethepark, Perleberg Werbung für Werbung im Wartehäuschen der Haltestelle Lindenstraße, Perleberg
Novemberbilder aus Golm (oben) und Perleberg (unten)

HTML: die Standardform ist nicht die Standardform

Das map-Element ermöglicht zusammen mit area-Elementen in HTML, Bereiche von Grafiken mit Verweisen auszustatten. Man kann also einrichten, dass ein Nutzer je nachdem, an welche Stelle eines Bildes er klickt, auf verschiedene Ziele verwiesen wird. Ich nutze das regelmäßig, wenn ich eine Sammlung kleiner Vorschaubildchen als eine Grafikdatei in eine Seite einbinde und diese mit den vielen großen Versionen der Bildchen verknüpfe.

Jede Verknüpfung auf einer solchen Grafik wird mit einem area-Element definiert. Jeder verknüpfte Bereich kann eine von mehreren Formen haben, die durch das shape-Attribut definiert werden: Der Wert default dient der Verknüpfung des ganzen Bildes, rect bestimmt einen rechteckigen Ausschnitt, circle einen kreisförmigen Ausschnitt des Bildes und poly einen durch beliebig viele Eckpunkte frei definierten Ausschnitt.

<img src='gefahr.jpg' usemap='#beispiel' alt='Katz und Maus'>
<map name='beispiel'>
<area shape='rect' coords='215,65,585,355' href='katze.html' alt='Katze'>
<area shape='circle' coords='83,7,6' href='maus.html' alt='Maus'>
</map>

Es ist auch möglich, das shape-Attribut wegzulassen. Welcher Standardwert (englisch default) wird dann für die Form wohl angenommen?

Die Antwort: rect, nicht etwa default. Ich finde das unnötig verwirrend. Dazu ist zu bemerken, dass es die „Form“ default in HTML 3.2 noch nicht gab, und es schon deshalb nicht unsinnig war, damals rect als Standardwert festzulegen. Warum man für die später eingeführte „Form“ des ganzen Bildes default als Bezeichnung anstatt beispielsweise whole, complete, entire, total oder exhaustive gewählt hat, ist mir aber schleierhaft.

Wann ist ein Produkt überteuert?

Wie würde ich beurteilen, ob ein Produkt wie ein Fotoapparat überteuert ist?

Zunächst würde ich zusammenstellen, welche Eigenschaften eines Fotoapparates ich benötige. Dann würde ich schauen, welche Geräte meinen Bedarf decken. Aus dieser Auswahl würde ich eine Kamera als für mich überteuert einordnen, wenn sie erheblich kostspieliger als andere geeignete Kameras ist, ohne eine wesentlich höhere Qualität, längere Garantiezeit oder bessere Produktionsstandards (Umweltfreundlichkeit, Arbeitnehmerrechte usw.) zu bieten.

Jemand, der andere Ansprüche hat, kann bei derselben Kamera trotz gleichem Vorgehen zu einem anderen Ergebnis kommen, nämlich wenn der fragliche Apparat auch seine Bedürfnisse befriedigt, während günstigere, die ebenfalls gut zu mir passten, das nicht tun.

Dieser Ansatz ist freilich ein sehr subjektiver, bildet aber genau ab, was für mich relevant ist. Ich würde keine Kamera mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis kaufen, wenn ich bei einem leicht höheren Preis für den großen Zugewinn an Leistung keinerlei Verwendung habe. Auch würde ich keinen Apparat wählen, der bei einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich günstiger als meine Wahl ist, aber eine von mir benötigte Funktion vermissen lässt.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis mag zwar auf den ersten Blick für die Beurteilung eines fairen Preises geeignet sein, für mich als Kunden ist aber das Kosten-Nutzen-Verhältnis entscheidend, und das hängt sehr von meinem individuellen Bedarf ab.

Allerdings kann man auch mit diesem individuellen Ansatz zu einer allgemeinen Aussage kommen, ein Produkt sei überteuert – nämlich dann, wenn jeder potenzielle Kunde für sich zu diesem Schluss kommen muss. Solange ein Produkt einzigartig ist und seine Einzigartigkeit sich mit dem Bedarf irgend eines Kunden deckt, wird es in dem beschriebenen Sinn aber nicht allgemein überteuert sein – höchstens zu teuer, um für genug Interessenten erschwinglich zu sein.


[1]
Weitere Details können in der tippfehlergespickten Drucksache 2/2158 des brandenburgischen Landtages nachgelesen werden.