Zechlin–Zechlin
Von Flecken Zechlin um den Großen Zechliner See nach Dorf Zechlin

Im östlichen Zipfel der historischen Prignitz liegen Flecken Zechlin, Dorf Zechlin und Zechlinerhütte. Der Charakter der Landschaft ist hier ein anderer als in großen Teilen der Prignitz. Zahlreiche, teils durch künstliche Kanäle zu den Zechliner Gewässern verbundene Seen prägen den Landstrich. Naturräumlich ist er dem Neustrelitzer Kleinseengebiet in der Mecklenburgischen Seenplatte zuzurechnen.

Der sowjetische Truppenübungsplatz Wittstock schnitt nach dem Zweiten Weltkrieg das Zechliner Land für Jahrzehnte verkehrstechnisch von der Prignitz ab. Bis Anfang der 1990er Jahre bedurfte es eines Passierscheines, um die heute wieder durchgängige Landesstraße 15 von Zechlin nach Wittstock befahren zu dürfen.[1] Frei war der Weg hingegen nach Rheinsberg. In jene Stadt, die nicht zur Prignitz gerechnet werden kann, wurden die Zechliner Orte 2003 eingemeindet.

Am 10. Juli dieses Jahres waren Migo und ich im Zechliner Land unterwegs.

Von Flecken Zechlin …

Tourist-Information • ein Baum verdeckt den Blick auf die Kirche Flecken Zechlins • in natura wirkt der Hang steiler als auf dem Foto • Flecken Zechlin am Schwarzen See • Elsenhöhe – finden Sie den Hund? • der fast schon obligatorische Kiefernwald • Waldweg • Blässhuhnjungvogel im schillernden Wasser • Hausboote am Großen Zechliner See • Himbeerfrucht

Für Flecken Zechlin als seit kurzem staatlich anerkanntem Erholungsort spielt der Tourismus eine wichtige Rolle. Von Campingplätzen über Gästezimmer, Ferienwohnungen, Hausboote und Hotels bieten sich verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten an, um hier ein Wochenende oder den Urlaub zu verbringen.

… via Repente …

einer von zahlreichen Ameisenhügeln an einem kurzen Wegstück westlich von Repente • wildes Stiefmütterchen • Blick gen Repente • Blumen am Bach • Raubvögel kreisen über einer gemähten Wiese, auf der ein Traktor Heu wendet • Sandweg • kleiner Kahn am Großen Zermittensee • nach den Brennnesseln führt der ausgewiesene Weg (rechts) nun durch Röhricht • Fetthenne wächst auf einer verlassenen Betonterrasse • natürliche Atmosphäre im Haus

In der DDR hatte der Tourismus um Zechlin noch eine größere Bedeutung als heute. Mit der Öffnung der Grenzen und dem Ende staatlich gelenkter Ferienreisen brach der Tourismus in Zechlin zunächst zusammen. An die Zeit zuvor erinnern an verschiedenen Stellen verlassene Baracken, überwucherte Terrassen und Betonfüße, auf denen einst Tischtennisplatten und Sitzbänken angebracht waren.

Ein Stück unseres Weges führte durch die Gemarkung Kagars, die unter anderem den Großen Zermittensee einschließt. Kagar, ein Dorf südlich des Braminsees und heute ebenfalls Teil Rheinsbergs, liegt jenseits der historischen Grenze zwischen Prignitz und Ruppin.

… nach Dorf Zechlin

Beckersmühle am Großen Zechliner See • Zechliner Landschaft • inmitten des Weges wächst unter anderem Wegerich • Blütenstand einer Sand-Grasnelke in Nachbarschaft zu Sand-Bergglöckchen • Braminsee • Dorf Zechlin unter Wolken • Schafe • Lindenblüten – finden Sie die Hummel? • ein Bild in der Kirche von Dorf Zechlin • Kirchturm in Dorf Zechlin

Die Worte „ich bin dein Pilgrim und dein Bürger wie alle meine Väter“ auf einem Bild in der Kirche von Dorf Zechlin stammen aus dem Buch der Psalmen, Psalm 39, nach Luthers Übersetzung. In der jüngeren Einheitsübersetzung heißt es: „[Hör mein Gebet, Herr, vernimm mein Schreien, schweig nicht zu meinen Tränen! Denn] ich bin nur ein Gast bei dir, ein Fremdling wie all meine Väter.“


Geplant hatte ich ursprünglich eine längere Wanderung um die Zechliner Gewässer, die auch Zechlinerhütte einbezogen hätte. Durchkreuzt wurde dieses Vorhaben von einer an Haltestellen handschriftlich vermerkten Änderung des Busfahrplanes, ohne dass die Fahrplanänderung im Netzportal des Verkehrsverbundes berücksichtigt worden wäre. Um dennoch die Rückreise zu schaffen, sparten Migo und ich Zechlinerhütte kurzerhand aus.

In Zechlinerhütte verbrachte Alfred Wegener während seiner Kindheit Zeit. Im Ort erinnert ein Museum an ihn. Die von ihm erkannte und nachgewiesene Verschiebung der Kontinente wird eine Rolle in einem Artikel zur Geschichte der Prignitzer Seen spielen, den ich demnächst schreiben möchte. In diesem soll auch erklärt werden, warum man im Zechliner Land so viele, ansonsten in der Prignitz aber kaum Seen findet.


[1]
Svennie der Reifenwechsler: Freie Heide: Die finstersten Zeiten der schönen Prignitz. Auf indymedia.org, 29. Juli 2003. Abgerufen am 29. Juli 2012.