Spiegelt man die Punkte eines Dreiecks an der jeweils gegenüberliegenden Seite des Dreiecks, erhält man drei neue Punkte. Das neue Dreieck, welches diese Punkte bilden, wird Spiegeldreieck[1] des ersten Dreiecks genannt.

Auf dieser Seite werden grundlegende Eigenschaften des Spiegeldreiecks dargestellt. Zunächst allerdings eine Übersicht über Voraussetzungen für die folgenden Betrachtungen.
Ein Dreieck ist durch drei Punkte, die nicht alle auf einer Geraden liegen, definiert. Hier werden sie
genannt. Die Länge der Seite
wird
, die Länge der Seite
wird
und die Länge der Seite
wird
genannt. Die Winkel an den Eckpunkten
heißen in dieser Reihenfolge
.
Zwei Seiten eines Dreiecks sind zusammen stets länger als die dritte Seite:

Der Kosinussatz[2] setzt die Seitenlängen eines Dreiecks
in Beziehung zum Kosinus eines Winkels:

Umgestellt nach dem Kosinus des Winkels gilt also auch:

Mit dem Kosinussatz ist das Produkt der Kosinus aller Winkel:

Der Kosinus des Winkeldreifachen lässt sich wie folgt auflösen:[2]
Die Dreiecksfläche, hier als
bezeichnet, berechnet sich als:[2]
Demnach ist:

Abbildung 2 zeigt, dass die Seitenlängen
ein Hilfsdreieck bilden, in welchem der
gegenüberliegende Winkel
entspricht. Nach dem Kosinussatz gilt für das Quadrat über der Seitenlänge
des Spiegeldreiecks also:
Das Winkeldreifache aufgelöst, wird daraus:
Erneute Anwendung des Kosinussatzes ergibt:

Weiteres Umstellen ergibt:
Mit der Dreiecksfläche und dem Kosinussatz lässt sich dies kürzer ausdrücken als:
Auch die Seitenlängen
bilden ein Hilfsdreieck, wie in Abbildung 2 gezeigt wird. Der
gegenüberliegende Winkel beträgt dort zwar
. Da aber mit dem Kosinus des Winkels gearbeitet wurde und
ist, lässt sich die obige Herleitung problemlos auf alle Seiten übertragen:

Gut ersichtlich ist, dass eine beliebige Seitenlänge
eines Dreiecks kleiner als die entsprechende Seitenlänge
im Spiegeldreieck ist, wenn es sich beim zugehörigen Winkel
mit
um einen spitzen Winkel handelt. Im Fall eines rechten Winkels ist
und die Seiten sind gleich lang. Ist der Winkel stumpf, gilt
und die ihm gegenüberliegende Seite des Dreiecks ist länger als die entsprechende Seite im Spiegeldreieck.

Die Dreiecksfläche
des Spiegeldreiecks berechnet sich wie folgt:

Darin können die Seitenlängen-Formeln eingesetzt werden. Ausgeklammert ergibt das dann:
Anwenden der Formel zur Dreiecksfläche und Ziehen der Wurzel resultiert in:
Sehr kurz darstellen lässt sich dies, greift man auf das Kosinusprodukt zurück:
Diese Formel zeigt nebenbei, dass Dreiecke mit
kein Spiegeldreieck besitzen. Die Punkte, die sonst das Spiegeldreieck bilden, liegen dann auf einer Geraden.

In einem Folgeartikel werden das Kosinusprodukt und besondere Eigenschaften der Spiegeldreiecke von spitzwinkligen Dreiecken näher betrachtet.